Eisvogel Foto: R.Stankewitz
   
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Eine bewegte Saison für die Kreuzkröte

Kreuzkröte
"für einen Strich mehr in der Landschaft" lautet das Projekt zur Wiederansiedlung der Kreuzkröte des NABU Langenhagen. Der Projektname bezieht sich auf den für Kreuzkröten typischen Strich auf ihrem Rücken.
                                                          (Foto: Ricky Stankewitz)
„Um die Kreuzkröte in Langenhagen ist es nicht gut bestellt“, erklärt der Amphibienexperte und erste Vorsitzende des NABU Langenhagen, Ricky Stankewitz. „Wurde sie Ende der Neunziger Jahre noch an zwei Stellen nachgewiesen, ist sie heute im Stadtgebiet ausgestorben. Ein "Sanierungsstau" im öffentlichen Naturschutzhaushalt führt - wie auf anderen Ebenen auch - zu nachhaltigen Schäden. Nur kann man eine ausgestorbene Population nicht wie ein marodes Schulgebäude einfach abreißen und neu bauen. Die genetischen Informationen der ausgestorbenen Tiere sind verloren,“ mahnt Stankewitz. Das letzte an Langenhagen angrenzende Vorkommen der Kreuzkröte befindet sich auf der Kugelfangtrift in Hannover. Die Barrierewirkung der Bundesautobahn 2 verhindert, dass Tiere von dort wieder nach Langenhagen einwandern können. Um die seltene Amphibienart in Langenhagen wieder heimisch zu machen, ist menschliche Unterstützung unumgänglich. So entstand die Idee zum Projekt des NABU Langenhagen "für einen Strich mehr in der Landschaft", bei dem es Ziel ist, die Kreuzkröte durch Schaffung geeigneter Lebensräume und eine aktive Wiederansiedlung nach Langenhagen zurückzuholen.

„Den Grundgedanken dahinter hatte die Stadtverwaltung Langenhagen im Rahmen des von der EU geförderten SPARC-Projektes zwar bereits aufgegriffen, jedoch die erforderlichen Maßnahmen nicht in die Wege geleitet“, kritisiert Stankewitz. Um bei der Wiederansiedlung erfolgreich zu sein, musste der NABU zunächst mögliche Spenderpopulationen finden. „Dabei ist es wichtig den Erhaltungszustand der Spenderpopulation zu kennen und - sofern erforderlich - zu verbessern, um durch eine Entnahme von Laich oder Larven das Vorkommen nicht zu gefährden“, erläutert der Amphibienexperte. Im vergangenen Jahr wurden erste Pflegemaßnahmen auf der Kugelfangtrift durchgeführt. Drei vorhandene Gewässer wurden entkusselt, drei ehemalige Gewässerstandorte wieder hergestellt.

rufende Kreuzkröte
Rufende Kreuzkröte während
der Paarungszeit
(Foto: Ricky Stankewitz)
Die Überprüfung während der Laichsaison 2017 ergab laut NABU Langenhagen erfreuliche und unerfreuliche Ergebnisse. In den drei bestehenden Gewässern wurden erneut massenhaft Goldfische gefunden, die dort illegal ausgesetzt wurden. „Die ökologischen Schäden, welche die Fische in Naturschutzgewässern anrichten, sind enorm.“ Laut Stankewitz riefen zwar Kreuzkröten aus diesen Gewässern, jedoch wurde der Laich sofort nach dem Absetzen von den Fischen gefressen. Anders sah es bei den drei ehemaligen Gewässern aus, die wieder hergestellt wurden. Diese sind fischfrei und in allen drei Gewässern konnten zunächst Laichschnüre, später auch Larven der Kreuzkröte gefunden werden. Die Zahl der rufenden Männchen reduzierte sich im Vergleich zum Jahr 2017 um fast die Hälfte von 26 bis 30 auf 15 Rufer. „Daran zeigt sich, dass ohne unterstützende Maßnahmen die Kugelfangtrift-Population ebenfalls dem Untergang geweiht gewesen wäre“, macht Stankewitz auf die Wichtigkeit der Pflegemaßnahmen aufmerksam. Zwar können Kreuzkröten im Freiland verhältnismäßig alt werden, jedoch ist eine erfolgreiche Reproduktion für den Erhalt der Population unabdingbar. „Durch den Fischbesatz und das Fehlen alternativer Laichgewässer ist davon auszugehen, dass es in den vergangenen Jahren keinen Nachwuchs bei den Kreuzkröten gab“, ist sich Stankewitz sicher. Das konnte in diesem Jahr erfolgreich geändert werden. Der NABU Langenhagen wird den Bestand auch in den kommenden Jahren genau betrachten. Weitere unterstützende Maßnahmen sind durch die untere Naturschutzbehörde (kurz UNB) der Region Hannover geplant und werden in den nächsten Jahren umgesetzt. Um die Kreuzkröte mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu lenken, hatte der NABU Langenhagen am 20. Mai 2017 erstmals ein Kreuzkröten-Konzert im Rahmen der bundesweiten Aktion „NABU NachtnaTOUR“ im Programm angeboten.

Im Rahmen des Projektes "für einen Strich mehr in der Landschaft" werden derzeit mehrere Kleingewässer auf einer Pferdeweide in Isernhagen zwischen den Wietzeseen geplant. Auch hier ist die UNB Region Hannover Mittelgeber, sodass im Bereich Wietzeaue spätestens 2018 neue Lebensräume entstehen werden. „Mittelfristig hoffen wir auch auf Langenhagener Stadtgebiet weitere Maßnahmen für die Kreuzkröte durchführen zu können“, erklärt Stankewitz. Er ist überzeugt davon, dass im Bereich des Wietzeparks, wie auch auf derzeitigen Ackerflächen in Krähenwinkel, die im städtischen Eigentum sind, durchaus die Möglichkeit bestünde, geeignete Lebensräume für die Kreuzkröte zu schaffen. „Wir hoffen hier, dass die Stadtverwaltung ihr Versprechen aus dem SPARC-Projekt zur Kreuzkröte einlöst: Holen wir sie zurück!“, blickt Stankewitz optimistisch in die Zukunft.


 
In Langenhagen geht’s dem Laubfrosch gut - NABU-Führung begeisterte wieder viele Teilnehmer


(Foto: Ricky Stankewitz)
Anfang Mai hatte der Naturschutzbund NABU Langenhagen wieder zum traditionellen Laubfroschkonzert eingeladen. Knapp 20 Amphibienfreunde folgten der Einladung, um den Klängen dieser außergewöhnlichen und stark gefährdeten Amphibienart zu lauschen. Nach einigen einleitenden Worten zum landesweiten Amphibienschutz-Projekt »Ein König sucht sein Reich« nutzte der 1. Vorsitzende des NABU Langenhagen, Ricky Stankewitz, die Gelegenheit, um noch vor Einbruch der Dunkelheit die Landschaft auf die Teilnehmer wirken zu lassen. "Hier sieht man, dass im Optimalfall Naturschutz und Landwirtschaft gerade im Amphibienschutz sehr erfolgreich zusammen arbeiten können. Durch vernünftig abgestimmte Beweidungskonzepte können sowohl die Kleingewässer als auch die umliegenden Grünlandflächen ganz natürlich durch Weidetiere wie Pferde, Rinder oder Wasserbüffel gepflegt werden. Dabei wird nicht nur körperliche Arbeit von ehrenamtlichen Helfern eingespart, sondern auch Geld, was Behörden für Pflegemaßnahmen mit Maschineneinsatz ausgeben würden. Der Landwirt oder Pferdehalter profitiert von gesundem, krautreichem Futter für seine Tiere, sowie durch die Möglichkeit, Flächen zu nutzen, die für eine landwirtschaftliche Nutzung normalerweise nicht zur Verfügung stehen. Dadurch erzielen am Ende alle Beteiligten einen Gewinn an der Zusammenarbeit", erläuterte Stankewitz.

 (Foto: Ricky Stankewitz)
Nachdem es vollständig dunkel wurde, ging es zu den Kleingewässern im NABU-Projektgebiet, wo es dann das ersehnte Laubfroschkonzert zu hören gab. Sichtbar beeindruckt staunten die Teilnehmer von der enormen Lautstärke. Laubfrösche können mit ihren Rufen 90 dB erreichen und das, obwohl sie nur etwa so groß wie eine 2-Euro-Münze sind. Die riesige Schallblase wirkt dabei wie ein Verstärker. „In Langenhagen ist die zweitgrößte Laubfroschpopulation der Region Hannover beheimatet. Durch gezielte Biotoppflegemaßnahmen in den letzten Jahren konnten wir die Bestände sogar leicht erhöhen. Die größte Population ist inzwischen am Steinhuder Meer zu finden, aber das sind im Grunde auch Langenhagener Laubfrösche, da die Mehrzahl, der für die dort wieder angesiedelten Tiere, hier entnommen wurde“, schmunzelte Stankewitz „Langfristig werden wir noch weitere Kleingewässer anlegen, um so ein Biotopverbund in Langenhagen zu errichten. Wir arbeiten dabei eng mit Landwirten und Naturschutzbehörden zusammen“, so der Naturschutzbeauftragte weiter.

Der Laubfrosch ist eine sogenannte „Zeigerart“ im Naturschutz. Er stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum wie zum Beispiel an die Wasserqualität und Strukturvielfalt in der umliegenden Landschaft. „Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, wo sich der Laubfrosch wohlfühlt, fühlen sich auch viele andere Tier- und Pflanzenarten wohl“, erklärte Stankewitz. Mit der Sicherung von Laubfroschlebensräumen wird also auch ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität geleistet. „Durch die Unterstützung unserer Mitglieder und die Mitarbeit der vielen Aktiven im Naturschutz können wir das erreichen, was für die Politik noch ein weit entferntes Ziel ist, nämlich effektive Naturschutzmaßnahmen, die nachhaltig zur Sicherung der biologischen Vielfalt dienen“, so Stankewitz abschließend.


 
NABU lud zum Multivisionsvortrag über den Saale-Radweg ein


(Foto: Ricky Stankewitz)
Wenn die begeisterten Filmemacher Ulrike Hügel und Uwe Gohlke beim NABU Langenhagen zu Gast sind, ist eine gelungene Veranstaltung schon garantiert. Denn längst hat es sich bei den Langenhagenern herumgesprochen, dass Hügel und Gohlke bei ihren Multivisionsvorträgen phantastische Aufnahmen von interessanten Reisezielen und jede Menge Tipps im Gepäck haben. Und so fand auch ihr Vortrag zum Saale-Radweg vor vollem Haus statt.

Der Saale-Radweg verläuft von der Quelle im Fichtelgebirge durch die Bundesländer Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt bis zur Mündung in die Elbe bei Magdeburg und zählt zu den reizvollsten aber auch anspruchsvollsten Flussradwegen Deutschlands. Hügel und Gohlke nahmen die Gäste mit auf eine Tour, die vorbei an majestätischen Burgen, prachtvollen Schlössern und romantischen Ruinen führte.

(Foto: Ricky Stankewitz)
Die abwechlungsreiche Landschaft mit Weinbergen, tiefen Schluchten und Wäldern faszinierte die Gäste ebenso wie die Bilder aus der Saalfelder Feengrotte. Das ehemalige Bergwerk ist vor allem für seine farbigen Tropfsteine berühmt. Doch das Radler-Ehepaar machte auch Halt in Jena und hatte Bilder von den Gradierwerken aus Bad Kösen und Bad Dürrenberg mitgebracht. Stolze 325 m lang ist das beeindruckende mit Reisig verfüllte Holzgerüst in Bad Kösen über das salzhaltiges Wasser geleitet wird. Hier können die müden Radfahrer tief durchatmen. Auch in die Domstädte Naumburg und Merseburg sowie die Fünf-Türme-Stadt Halle ging es für die Filmemacher. Die Besucher des Multivisionsvortrages waren immer an ihrer Seite, sammelten erste Eindrücke vom Saale-Radweg und können nun mit wertvollen Tipps ihre eigene Tour an die Saale planen.

Hier geht's zur Homepage von Ulrike Hügel und Uwe Gohlke:
www.huegel-und-gohlke.de/Augenblicke/Willkommen.html


 
Von Feldlerchen und Kiebitzen - Vogelspaziergang mit dem NABU in der Wietzeaue


Am Aussichtsturm des SPARC-Gebietes konnten die Teilnehmer des Vogelspazierganges interessante Beobachtungen machen      (Foto: Ricky Stankewitz)
Spannende Beobachtungen machten die Teilnehmer des ausgebuchten Vogelspazierganges, den der NABU unter Leitung von Ricky Stankewitz Mitte März durch die Wietzeaue anbot. Startpunkt war am Kreyen Wisch neben dem Krähenwinkler Rodelberg. Mit großzügiger Unterstützung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat der NABU Langenhagen hier einen ehemaligen Acker renaturiert. Das Gelände trägt als Teil des Projektes „Lebendige Wietzeaue“ zur Vernetzung der Lebensräume nordöstlich von Langenhagen bei. Stankewitz erläuterte, wie das Gelände gestaltet wurde und welche ersten Erfolge im Artenschutz bereits erzielt werden konnten. Laut erstem Vogelgutachten profitierten im letzten Jahr bereits 56 Vogelarten direkt von den Maßnahmen auf der Fläche. Und so konnte die Gruppe hier auch gleich Feldlerchen hören und sehen.

Weiter ging es Richtung SPARC-Gebiet. Am kleinen Wäldchen wurde die Gruppe auf einen Schwarzspecht aufmerksam, der nach einigem Suchen nicht nur gehört, sondern auch betrachtet werden konnte. Auf den Äckern vor dem Aussichtsturm entdeckten die Vogelfreunde neben mehreren Graureihern auch Kiebitze. Die etwa taubengroßen Vögel aus der Familie der Regenpfeifer sind gut an der abstehenden Federholle am Hinterkopf zu erkennen. Der Bodenbrüter ist auf feuchtes Grünland, Wiesen und Weiden angewiesen. Seinen Namen hat sich der Kiebitz übrigens mit seinem Ruf „kie-witt“ selbst gegeben.

Die Teilnehmer des Vogelspazierganges waren gut mit Ferngläsern ausgestattet und konnten so auch Mäusebussarde, einen Turmfalken, Silberreiher und einen Schwarm Stare beobachten. Der Wiesenpieper, den Stankewitz im letzten Jahr in der Wietzeaue entdeckt hatte, war zwar noch nicht aus dem Süden zurückgekehrt, dafür kamen der Gruppe aber Kolkraben in der Nähe des Waldsees vor die Linse und auf dem Waldsee selbst konnten verschiedene Wasservögel beobachtet werden. Neben Blässhühnern und Stockenten trafen die Teilnehmer hier auch einen Kormoran an. Verschiedene Finken- und Meisenarten, Rotkehlchen und Höckerschäne rundeten die Vielfalt, die die Wietzeaue an diesem Vormittag zu bieten hatte, ab. „Die Besucher waren begeistert und werden das Gebiet sicherlich auch in den nächsten Monaten allein erkunden“, freute sich Stankewitz abschließend über die gelungene Veranstaltung.


 
»Für einen Strich mehr in der Landschaft« - Pflegeeinsatz bei den letzten Kreuzkröten Hannovers


Gemeinsam mit der NAJU Hannover und der Helfen AG des Gymnasiums Langenhagen pflegte die NAJU Langenhagen Kleingewässer an der Kugelfangtrift (Foto: Katja Woidtke)
Auf den Magerrasenwiesen an der Kugelfangtrift ist das letzte Vorkommen der Kreuzkröte in Hannover zu finden.

Gemeinsam mit der NAJU Hannover und der Helfen AG des Gymnasiums Langenhagen traf sich die Naturschutzjugend des NABU Langenhagen dort Anfang Februar an den Kleingewässern, um bei einem Pflegeeinsatz den Lebensraum der seltenen Amphibie zu erhalten.

Im Rahmen des Projektes »Für einen Strich mehr in der Landschaft« sollen auch in Langenhagen passende Lebensräume für eine Wiederansiedlung der Kreuzkröte geschaffen werden.


Die Kreuzkröte zählt zu den streng geschützten Arten gemäß Bundesnaturschutzgesetz und ist auf der Roten Liste der gefährdeten Amphibien in Niedersachsen inzwischen in der Kategorie 2 als "stark gefährdet" geführt. Ein typisches Erkennungsmerkmal für sie ist der gelblich-weiße Streifen auf ihrem Rücken. An der Kugelfangtrift sind während der Laichzeit von April bis Mai die beeindruckenden Konzerte der Froschlurche zu hören. Ihr Ruf schallt dabei mehrere hundert Meter weit. Da Kreuzkröten auf flache, vegetationsarme und besonnte Tümpel als Laichgewässer angewiesen sind, wurden während des mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bereich Bundesforst abgestimmten Pflegeeinsatzes an drei Kleingewässern Birken, Weiden und Erlen an den Ufern entfernt. Bereits im letzten Jahr hatte die Helfen AG des Gymnasiums Langenhagen hier gute Vorarbeit geleistet. Mit vereinten Kräften wurden nun die Wurzeln gerodet. Dabei entstanden auch offene Bodenstellen mit lockerem Boden, die die Kreuzkröte zum Eingraben benötigt.

Bevor es zur abschließenden Mittagspause mit Gemüseeintopf, Tee und Kuchen ging, brachten die Helfer das Holz an den Wegerand, von wo es vom Landschaftspflegehof der Region Hannover abtransportiert werden wird. „Der Pflegeeinsatz war ein voller Erfolg und hat mit der Gruppe viel Spaß gemacht. Herzlichen Dank an alle, die dabei waren“, freute sich Einsatzleiter Ricky Stankewitz abschließend über die gelungene Aktion. Ende Mai können sich die Jugendlichen bei einer weiteren Tour an die Kleingewässer vom Erfolg ihres Einsatzes überzeugen – denn der wird dann deutlich hörbar sein.


       
  Mit vereinten Kräften wurden die Wurzelballen im Uferbereich entfernt
(Foto: Ricky Stankewitz)
  Kleingewässer nach dem Pflegeeinsatz
(Foto: Ricky Stankewitz)
  Zum Abschluss konnten sich die Helfer mit einer leckeren Gemüsesuppe und Kuchen stärken (Foto: Katja Woidtke)  

 
Einsatz für die Artenvielfalt - NABU Langenhagen pflegt Kleingewässer

Pflegeeinsatz Kananohe
Pflegeeinsatz des NABU Langenhagen an den Kleinge-
wässern in Kananohe             (Foto: Ricky Stankewitz)
Der NABU Langenhagen hatte Anfang Oktober zum Pflegeeinsatz an den Kleingewässern in Kananohe aufgerufen, um dort die Artenvielfalt zu erhalten. Hauptziel des Einsatzes war, offene Bodenstellen zu schaffen, um seltenen Pflanzen die Ausbreitung zu erleichtern. Dafür kamen 12 Helfer am zur Zeit trocken gefallenen Tümpel am Gerstenberg zusammen. Sie beseitigten gemeinsam mit Einsatzleiter Ricky Stankewitz außerdem den aufkommenden Baumwuchs von Kiefern, Weiden und Birken. Denn außer seltenen Pflanzen wie Pillenfarn und Wasserschlauch gibt es hier auch Laubfrösche und andere Amphibien, die auf besonnte Gewässer zum Laichen angewiesen sind. „Würden wir die durch Samenflug eingetragenen Gehölze nicht beseitigen, käme es zu einer Beschattung und Verschlammung der Tümpel durch einfallendes Laub“, erklärt der 1. Vorsitzende des NABU Langenhagen.

Ricky Stankewitz ist begeistert von der Artenvielfalt in Kananohe. Er betreut die Kleingewässer mittlerweile seit acht Jahren und freut sich jedes Jahr im Frühjahr über die Laubfroschkonzerte, die ein hörbares Zeichen dafür sind, wie wichtig der Einsatz der Naturschützer ist. In Kananohe gibt es nach dem Vorkommen am Steinhuder Meer das zweitgrößte Laubfroschvorkommen der Region Hannover. "Allerdings kommt der größte Teil der Steinhuder Laubfrösche ursprünglich auch aus Langenhagen," schmunzelt Stankewitz.
Von den Pflegeeinsätzen profitieren nicht nur die stimmgewaltigen, grünen Laubfrösche, sondern auch andere Amphibien, seltene Pflanzen, Libellen und weitere Insekten. Von dieser Artenvielfalt waren auch die Helfer begeistert, die gestärkt durch eine wärmende Suppe nach einer Pause wieder motiviert an die Arbeit gingen.

Helfer gesucht:
Auch für die nächsten Pflegeeinsätze werden noch freiwillige Helfer gesucht.
Wer den NABU unterstützen möchte, meldet sich bitte bei:
Ricky Stankewitz unter Telefon (0511) 27 08 20 19 oder per E-Mail ricky.stankewitz@nabu-langenhagen.de .
Die Helfer werden kostenlos durch den NABU Langenhagen verpflegt.


 
Tierische Beobachtungen bei der Nistkastenreinigung

Abendsegler im Quartier
Abendsegler im Fledermausquartier
(Foto: Ricky Stankewitz)
Anfang September hatten die Naturkundliche Vereinigung (NVL) und der Naturschutzbund (NABU) im Langenha-
gener Stadtpark und Stadtwald zur Nistkastenreinigung aufgerufen.

In den letzten Jahren hatten die Natur-
schutzvereine dort verschiedene Nisthilfen für Fledermäuse und die heimische Vogelwelt angebracht.

Nach der Brutsaison wird im Herbst das alte Nistmaterial mit Spachtel und Drahtbürste aus den Vogelkästen entfernt, damit sich Milben und Flöhe darin nicht vermehren und die Brut im nächsten Jahr stören können.


In zwei Teams machten sich die freiwilligen Helfer mit Leitern auf den Weg, um jede einzelne „Hausnummer“ anzusteuern. Zur leichteren Kartierung hat jede Nisthilfe in dem Langenhager Park eine eigene Nummer. „So behalten wir die Übersicht, welche Kästen genutzt wurden und welche Kästen ersetzt werden müssen“, erklärt NABU-Sprecherin Katja Woidtke. Und Ricky Stankewitz, erster Vorsitzender des NABU Langenhagen, ergänzt: „ In diesem Jahr wurden fast alle Kästen durch Tiere genutzt. Hauptsächlich von Blau- und Kohlmeisen, aber auch von Baumläufer, Kleiber und Schnäpper.“

In knapp vier Stunden hatten die Helfer 90 Nistkästen kontrolliert und dabei tierische Beobachtungen gemacht. Im Stadtwald werden die angebotenen Quartierkästen für Fledermäuse gut angenommen. „Während der Reinigungsaktion konnten wir eine Gruppe Wasserfledermäuse mit 10 Tieren und zwei Gruppen Abendsegler mit vier bzw. 20 Tieren nachweisen“, freut sich der Fledermausexperte Stankewitz.
Er bedankt sich herzlich bei den Helfern, die sich nach getaner Arbeit mit Kaffee und Apfelkuchen stärkten.


 
NABU feiert 15 Jahre Einsatz für die Natur in Langenhagen

Aktiven Ehrung
Inez Schierenberg, Christa Donath, Jürgen Koch,
Christine Pracht, Ricky Stankewitz, Katja Woidtke,
Georg Obermayr, Willi Minne und Horst Wiechers
(von links nach rechts)       (Foto: Oliver Woidtke)
Die Sonne strahlte mit Ricky Stankewitz, dem 1. Vorsitzenden des Naturschutzbundes (NABU) Langenhagen, um die Wette, als er seine Gäste zum 15-jährigen Jubiläum der Ortsgruppe im Martinshaus der Elisabethgemeinde begrüßte. Neben Vertretern aus Politik, Verwaltung und der Presse waren zahlreiche Weggefährten erschienen, die die Naturschutzarbeit in Langenhagen prägten und prägen. So freute sich Stankewitz auch über den Besuch von Michael Smykalla, der im März 2001 als erster 1. Vorsitzender den Grundstein für die Naturschutzarbeit des NABU in Langenhagen legte. Stankewitz bedankte sich außerdem bei den Mitgliedern, durch die die verschiedenen Projekte des Vereines erst möglich werden. Der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne überbrachte Grußworte der Stadt und dankte dem NABU Langenhagen für die geleistete Arbeit.

Auch Inez Schierenberg, Landesgeschäftsführerin des NABU Niedersachsen, lobte den Einsatz der Ortsgruppe, die mit ihren zahlreichen Veranstaltungen als besonders aktiv gilt. Schierenberg ehrte gemeinsam mit Ricky Stankewitz und Georg Obermayr fünf Aktive des NABU Langenhagen und verlieh ihnen die bronzene NABU-Ehrennadel:

Christa Donath unterstützt seit Jahren den NABU Langenhagen tatkräftig bei Pflegeeinsätzen und an Infoständen. Sie protokolliert bei der jährlichen Reinigungsaktion die Belegung der Nisthilfen für Fledermäuse und Vögel im Langenhagener Stadtpark und Stadtwald und entkusselt die Laubfroschgewässer in Kananohe.

Christine Pracht ist seit ihrem Eintritt in den NABU Langenhagen eine zuverlässige Betreuerin der Rudi Rotbein Gruppe. Mit der Gründung der NAJU 2012 hat sie die Leitung der Gruppe übernommen und setzt mit den Jugendlichen verschiedene Projekte um. Zusätzlich bietet Christine Pracht eine Naturschutz AG an der Grundschule Engelbostel an und sorgt so für die Umweltbildung der jüngsten Naturschützer.

Katja Woidtke ist für die gesamte Pressearbeit des NABU Langenhagen und die Organisation der Kinder- und Jugendgruppe verantwortlich. Im Jahr 2015 konnte der NABU Langenhagen dank ihrer hervorragenden Arbeit über 200 Presseartikel mit Nennung der Ortsgruppe veröffentlichen.

Jürgen Koch ist bereits seit 1986 Mitglied im NABU und wurde mit der Gründung des NABU Langenhagen auch für die Ortsgruppe aktiv. Er ist für die Homepage des NABU Langenhagen verantwortlich und erstellt Programmflyer, Infotafeln und alles, was die Ortsgruppe für ihre Öffentlichkeitsarbeit benötigt.

Horst Wiechers ist der Profihandwerker des NABU Langenhagen. Er ist bei allen Arbeitseinsätzen zur Stelle, hilft bei der Betreuung des Amphibienschutzzaunes und den Pflegeeinsätzen an den Laubfroschgewässern. Die NAJU unterstützt er bei allen handwerklichen Tätigkeiten, und bei den Veranstaltungen des NABU Langenhagen ist er ein begeisterter Teilnehmer.

Der NABU Langenhagen bedankt sich herzlich bei den Geehrten für ihr Engagement im Langenhagener Naturschutz!

Abwechslungsreiches Programm
Anhand von Präsentationen konnten sich die Gäste über die Aktivitäten des Vereins informieren. Die 2012 gegründete Naturschutzjugend (NAJU) stellte sich mit einer bunten Fotowand vor. Die 12- bis 16-jährigen Jugendlichen treffen sich regelmäßig auf der Naturinsel und unterstützen die Erwachsenen aktiv bei Pflegeeinsätzen. Die NAJU hatte anläßlich des Jubiläums außerdem eine Rallye durch den Stadtpark vorbereitet, bei der spannende Fragen gestellt wurden. Auch die Rudi Rotbein Gruppe präsentierte sich mit bunten Foto-Collagen. Im Garten boten Silke Brodersen und Christine Pracht außerdem Spiele für die jüngsten Geburtstagsgäste an. Dort konnten sich die Besucher auch bei der Arbeitsgruppe Fledermäuse des BUND über den Schutz der Kobolde der Nacht informieren oder am Stand von Acker Pella e.V. mit leckeren, vegetarischen Gerichten stärken. Ein buntes Kuchenbuffet lud in der Cafeteria zu einer süßen Pause ein und fand bei den Besuchern großen Anklang.

Gut besucht waren auch die Vorträge zum Thema »Gebäudebrüterschutz« und zur Einrichtung eines Winterquartiers für Fledermäuse im Wasserturm. Kerstin Bosse vom NABU Gehrden berichtete aus dem Leben von Schwalben und Mauerseglern und stellte Schutzmaßnahmen für die faszinierenden Flieger vor. Schüler der IGS-List hatten den Vortrag »Ein Winterquartier für Fledermäuse« vorbereitet und informierten die Zuhörer über die gemeinsam mit der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen e.V. (NVL) durchgeführten Maßnahmen am Wasserturm im Eichenpark. Auch der Arbeitskreis »Grünes Langenhagen« mit Dr. Heinz Jansen und die NVL mit ihrem 1. Vorsitzenden Hans-Jürgen Ratsch sowie dem 2. Vorsitzenden Kurt Kritten waren mit eigenen Ständen vertreten und stellten ihre Naturschutzarbeit vor. Den Abschluss der gelungenen Jubiläumsfeier bildete am Abend eine Fledermausführung durch den Stadtpark, zu der Silke Brodersen und Ricky Stankewitz noch einmal viele Besucher begrüßen konnten.

Der Vorsitzende des NABU
Langenhagen, Ricky Stanke-
witz, strahlte mit der Sonne
um die Wette
(Foto: Katja Woidtke)
„Wir hatten ein tolles Fest in einer super Location, das den Gästen einen guten Überblick über unsere Arbeit geboten hat. Ein ganz großes Dankeschön geht an Georg Obermayr für seine hervorragende Organisation und alle Helfer, die uns bei der Durchführung des Jubiläums unterstützt haben. Ohne Georgs Vorbereitungen hätten wir nicht so ein schönes Fest gehabt“, zog Stankewitz anschließend sein Fazit und bietet an: „Wer einen schriftlichen Überblick über unsere bisherige Naturschutzarbeit erhalten möchte, kann gerne in unserer Sonderausgabe des Wietzeblicks »2001 – 2016; 15 Jahre Einsatz für die Natur« nachlesen.

Der Flyer ist bei den Veranstaltungen des NABU Langenhagen kostenlos erhältlich.“



 
Bingo-Umweltstiftung fördert Acker-Renaturierung in Langenhagen


Die Pflanzungen wurden durch Aktive von NABU und NAJU
Langenhagen durchgeführt.                  (Foto: R. Stankewitz)
Der NABU Langenhagen kann mit großzügiger Unterstützung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung rechnen, um einen ehemaligen Acker zu renaturieren.
Sie stellt 38 800 Euro zur Verfügung, damit die 1,3 Hektar große Fläche so bearbeitet werden kann, dass sie dem Arten- und Naturschutz dient.
Das Gelände trägt als Teil des Projekts »Lebendige Wietzeaue« zur Vernetzung der Lebensräume nördlich von Langenhagen bei.



Damit das gelingt, waren umfangreiche Arbeiten erforderlich. So wurde unter anderem der Mutterboden abgetragen und auf einen nördlich an den Rodelberg angrenzenden Acker verteilt. Auf Teilen des Grundstücks werden standortgerechte Gräser und Kräuter angesät. Etwa 20 Prozent der Fläche bleiben einheimischen Arten überlassen, die sich auf natürliche Weise aussäen. Die am Rand mit kleinen Lücken gepflanzten Hecken und Wildobstbäume dienen als Sicht- und Eindringschutz, sowie als Nahrungsgrundlage für Insekten. Wegen des hohen Wildbestands werden die Pflanzen einige Jahre durch einen Wildschutzzaun geschützt. Ein Kleingewässer mit Flachwasser-Bereich, dessen Größe sich den natürlichen Grundwasserschwan-kungen anpasst, bietet Kreuzkröten, Kammmolchen und Laubfröschen neue Areale. Neben diesen seltenen Amphibien, profitieren auch viele andere Tier- und Pflanzenarten wie Libellen, verschiedene Wasserkäfer oder der Wasserhahnenfuß. Daneben werden Bodenbrüter wie Kiebitz, Schwarzkehlchen und Wiesenpieper sowie in den Hecken Neuntöter, Rebhuhn und weitere Kleinvögel erwartet.

Fläche nach Abschluss der Landschaftsbauarbeiten mit
Blick vom Rodelberg aus.                (Foto: R. Stankewitz)
Im Umfeld des Kleingewässers erwarten wir eine Mischung von feuchtem Grünland und die Entwicklung von mesophilem (mäßig feuchtem) Grünland trockener Standorte auf der restlichen Fläche. Möglicherweise entwickelt sich auch Sandmagerrasen. „Die Maßnahme stärkt insbesondere den Arten- und Naturschutz, da sie viele ganzheitliche Komponenten miteinander verbindet“, begründet Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die Förderung.

Abschließend noch ein paar beeindruckende Zahlen zum finanziellen Volumen des Projektes: Insgesamt wird das Projekt etwas mehr als 100.000,- Euro (Flächenkauf und Maßnahmen) nach Umsetzung gekostet haben. Der Förderanteil beträgt dabei mehr als 84.000,- Euro, was verdeutlicht, dass für den NABU Langenhagen die Umsetzung eines solchen Projektes nur dank der finaziellen Unterstützung der Niedersächsichen Bingo Umweltstiftung, der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover und der DHL Freight GmbH – Euronet Hannover möglich ist. Der Eigenanteil von knapp 16.000 Euro entspricht der umgerechneten ehrenamtlich erbrachten Arbeitsleistung (knapp 12.000,- Euro für rund 650 Std.) sowie einem baren Anteil von gut 4.000 Euro, den wir dank der Unterstützung unserer Mitglieder tragen können. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

Die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.
 


 
Phantastische Bilder von der Vogelzugroute

Multivisions Vortrag mit Ulrike Hügel und Uwe Gohlke
         Ulrike Hügel (rechts) und Uwe Gohlke am Tysfjord
                       (Foto: Hügel-und-Gohlke.de)
Mit einem besonderen Leckerbissen für Naturliebhaber ist der Naturschutzbund im Januar in sein Programm 2016 gestartet. Die in Langenhagen bereits gut bekannten und beliebten Naturfilmer Ulrike Hügel und Uwe Gohlke zeigten in den Räumen der VHS ihren Multivisionsvortrag zur Vogelbeobachtung in Skandinavien und nahmen die zahlreich erschienenen Gäste mit auf den Weg der Zugvögel Richtung Norden.

Dabei berichteten die Vogelbeobachter über ihre mehrmonatige Reise entlang der Vogelzugroute zu den Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten im Norden Europas. Ihr Weg führte sie über Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen bis hinauf an die Eismeerküste.

Papageitaucher auf der norwegischen Insel Runde (Foto: www.Hügel-und-Gohlke.de)
Papageitaucher auf der nor-
wegischen Insel Runde
(Foto: Hügel-und-Gohlke.de)
Zu Fuß und mit dem Kanu erkundeten Hügel und Gohlke die Vogelwelt in Nationalparks und Naturreservaten. Die Zuschauer konnten den ohrenbetäubenden Lärm tausender dicht an dicht brütender Seevögel auf den steilen Vogelfelsen in Lappland miterleben und erfuhren interessante Details über die unglaublichen körperlichen Leistungen der Zugvögel, die sich jedes Jahr wieder auf ihre abenteuerliche Reise Richtung Norden und zurück begeben.

"Diese spektakulären Aufnahmen zeigten einmal mehr, wie faszinierend Natur sein kann. Die Begeisterung, die sie bei Menschen auslösen, sollte für alle ein Ansporn sein, die Natur zu schützen", riet der 1. Vorsitzende des NABU Langenhagen Ricky Stankewitz abschließend.

Weitere Informationen zu den Multivisionsvorträgen der Naturfilmer erhalten Sie unter www.Hügel-und-Gohlke.de/Augenblicke/Willkommen.html



Stabiler Bestand der Abendsegler - NVL und NABU kontrollieren Nistkästen in Langenhagen


Insa ist bei der NAJU aktiv und hilft bei der Nist-
kastenreinigung im Eichenpark Langenhagen
(Foto: Katja Woidtke)
Die Naturkundliche Vereinigung (NVL) und der Naturschutzbund Langenhagen (NABU) trafen sich Ende September zur traditionellen Nistkastenreinigung im Eichenpark und Stadtwald Langenhagen. Tatkräftige Unterstützung bei der Reinigung der 87 Kästen erhielten die ehrenamtlichen Helfer dabei von interessierten Langenhagenern und der Naturschutzjugend (NAJU). Ricky Stankewitz, Fledermausexperte und 1. Vorsitzender des NABU Langenhagen, freute sich besonders über den erneuten Nachweis des Braunen Langohrs und den stabilen Bestand des Abendseglers.

Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung machten sich die Helfer in zwei Gruppen auf den Weg vom Wasserturm zu den Nisthilfen im Eichenpark und Stadtwald. NVL und NABU reinigen jedes Jahr diese Nisthilfen, da Flöhe und Milben aus dem alten Nistmaterial das Brutgeschäft im nächsten Jahr stören würden. Mit Leitern, Spachtel und Drahtbürste ging es daher von einer "Hausnummer" zur anderen, um die Kästen zu säubern. Die einzelnen Nisthilfen tragen zur leichteren Zuordnung und anschließenden Dokumentation eine eigene Nummer. Auch Insa, Ricarda und Finn von der NAJU kletterten auf die von den Erwachsenen gesicherte Leiter und beseitigten die Nester von Meisen und Kleiber. Kleiber bauen dabei kein Nest im eigentlichen Sinn, sondern sammeln viele kleine Rindenstückchen von Nadelbäumen, die sie für ihr Brutgeschäft in alten Spechthöhlen oder in Nistkästen aufhäufen.

Das Braune Langohr konnte erneut in Langenhagen
nachgewiesen werden (Foto: Ricky Stankewitz)
Fledermäuse im Stadtwald

Ricky Stankewitz kontrollierte neben den Nistkästen für Vögel auch die Fledermauskästen im Stadtwald und konnte in drei verschiedenen Kästen insgesamt 22 Abendsegler zählen. Damit begeisterte er auch die Kinder, die mit ihm unterwegs waren. Denn so viele Fledermäuse auf einmal bekommt man nicht alle Tage zu sehen. "Der Bestand dieser Fledermausart hat sich somit bei uns stabilisiert", erklärte Stankewitz und freute sich auch über den erneuten Nachweis des Braunen Langohrs. Ein Highlight war auch der Fund einer Fransenfledermaus. "Die schonende Waldbewirtschaftung und Baumpflege, insbesondere das Liegenlassen des Totholzes, wirken sich positiv auf die Artenvielfalt aus", folgerte der 1. Vorsitzende des Naturschutzbundes.

Doch die Kästen wurden nicht nur von Vögeln oder Fledermäusen angenommen. Die Gruppe um Hartmut Lunau von der NVL staunte nicht schlecht, als Ricarda beim Reinigen eines Kastens auf einmal in zwei braune Knopfaugen einer Waldmaus blickte.

Nach insgesamt 87 kontrollierten Kästen trafen sich die Teams wieder am Wasserturm, um die Aktion bei belegten Brötchen und Kuchen gemütlich ausklingen zu lassen. Unterstützung bei der Verpflegung bekamen Edeltraud und Hagen Richter dieses Mal von NAJU-Mitglied Annika, die für alle Apfelmuffins gebacken hatte.

Vogel des Jahres
  Waldkauz-Vogel des Jahres 2016
Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017
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