Die Naturschutzjugend (NAJU)

+++ Aktuelles +++



Vorstandswahl bei der NAJU Langenhagen - Jugendliche starten erstes Projekt »Möbelbau«

NAJU Möbelbau
Die NAJU Langenhagen hat einen eigenen Vorstand gewählt: Dominik Meyer (zweiter Vorsitzender), Felix Hartmann (erster Vorsitzender) (oben v.li.n.r.), Insa Brodersen (Schriftführerin), Anja Kolb (Kassenwartin)(unten v. li.n.r.)                                 (Foto: Katja Woidtke)
Die Naturschutzjugend (NAJU) Langenhagen wird selbstständig und hat bei ihrem letzten Treffen auf der Naturinsel nicht nur Möbel gebaut, sondern auch einen eigenen Vorstand gewählt.
Die Jugendlichen um den ersten Vorsitzenden Felix Hartmann werden nun in Eigenregie ihre Termine planen. Der weitere Vorstand setzt sich aus Dominik Meyer (zweiter Vorsitzender), Insa Brodersen (Schriftführerin) und Anja Kolb (Kassenwartin) zusammen.

Im Sommer 2012 wurden beim NABU Langenhagen erstmals Termine für Jugendliche ab zwölf Jahren angeboten. Damals noch unter der Leitung von Erwachsenen. Jetzt freut sich die Gruppe, selbst zu planen und lädt interessierte Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren zu den nächsten Treffen ein.

Ende September bauten die Jugendlichen aus Europaletten neue Sitzgelegenheiten für die Naturinsel. Die Tische und Bänke, die dort bisher von der Kinder- und Jugendgruppe genutzt wurden, mussten aus Stabilitätsgründen ausgetauscht werden. Gleich mit ihrem ersten eigenen Projekt startete die NAJU voll motiviert durch, organisierte Baumaterial, Werkzeug und Verpflegung für die Helfer. Auch das regnerische Wetter machte den Plänen keinen Strich durch die Rechnung. Kurzerhand wurde ein Pavillon als Regenschutz aufgebaut, und Stichsäge, Pinsel und Farbe konnten zum Einsatz kommen. Mit Hilfe einer Anleitung aus dem Internet wurden die ersten Bänke und ein Tisch zusammengebaut, die nicht nur super stabil, sondern auch sehr bequem sind.

Heuschrecken als Bioindikatoren - NAJU bestimmt Heuschrecken auf der Kugelfangtrift

Kartierung Heuschrecken
Die NAJU Langenhagen traf sich zur Kartierung von Heuschrecken und untersuchte die Insekten mit Präzisionslupen                     (Foto: Ricky Stankewitz)
Im Rahmen ihres von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projektes »Heuschrecken als Bioindikatoren« kartierte die Naturschutzjugend (NAJU) Langenhagen bei ihrem letzten Treffen Heuschrecken auf der Kugelfangtrift. Anzahl und Häufigkeit der Arten geben dabei den Zustand eines Lebensraums wieder.

Auch das eher durchwachsene Wetter hielt die Jugendlichen nicht davon ab, sich mit Kescher, Lupen und Bestimmungsliteratur auf den Weg zur Kugelfangtrift zu machen. Auf der Fläche war die NAJU bereits im Rahmen des Projektes »Für einen Strich mehr in der Landschaft« aktiv und hatte Kleingewässer gepflegt, an denen Kreuzkröten heimisch sind.

Doch auf den Magerrasenwiesen im Landschaftsschutzgebiet „Kugelfangtrift“ ist nicht nur das letzte Vorkommen der Kreuzkröten zu finden – neben seltenen Pflanzen sind hier auch verschiedene Heuschreckenarten heimisch. Schnell merkten die Jugendlichen, dass die Bestimmung ähnlicher Arten alles andere als trivial ist. „Winzige Merkmale, wie die Flügelunterkante oder einzelne Felder auf den Flügeln sind schon bedeutende Unterscheidungsmerkmale“, erklärte Projektleiter Ricky Stankewitz.

Unerlässlich bei der Bestimmung waren daher die von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Präzisionslupen. Stankewitz freute sich besonders über das rege Interesse der Jugendlichen, denn gerade bei schwierigen Arten könne die Bestimmung erheblich viel Zeit in Anspruch nehmen. Eine große Hilfe bei der Bestimmung war das Buch "Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirol" der Autoren: Jürgen Fischer, Daniela Steinlechner, Andreas Zehm, Dominik Poniatowski, Thomas Fartmann, Armin Beckmann, Christian Stettmer. Neben der Roten Keulenschrecke, die auf der Roten Liste (RL) in Niedersachsen (Nds) als stark gefährdet eingestuft ist (Stand 2005), kartierte die NAJU folgende Heuschrecken: Blauflügelige Ödlandschrecke RL Nds. 2, Rotleibiger Grashüpfer RL Nds. 2, Heidegrashüpfer RL Nds 3, gefährdet, Verkannter Grashüpfer (Vorwarnliste), Rotleibiger Grashüpfer, Brauner Grashüpfer.

„Dass so viele stark gefährdete RL-Arten auf der Kugelfangtrift zu finden sind, unterstreicht einmal mehr die große Bedeutung des Gebietes für den Artenschutz", fasste Stankewitz die Ergebisse zusammen.

»Für einen Strich mehr in der Landschaft« - Pflegeeinsatz bei den letzten Kreuzkröten Hannovers

Pflegeeinsatz Kreuzkröten
Gemeinsam mit der NAJU Hannover und der Helfen AG des Gymnasiums Langenhagen pflegte die NAJU Langenhagen Kleingewässer an der Kugelfangtrift
                                                                   (Foto: Katja Woidtke)
Auf den Magerrasenwiesen an der Kugelfangtrift ist das letzte Vorkommen der Kreuzkröte in Hannover zu finden.

Gemeinsam mit der NAJU Hannover und der Helfen AG des Gymnasiums Langenhagen traf sich die Naturschutzjugend des NABU Langenhagen dort an den Kleingewässern, um bei einem Pflegeeinsatz den Lebensraum der seltenen Amphibie zu erhalten.

Im Rahmen des Projektes »Für einen Strich mehr in der Landschaft« sollen auch in Langenhagen passende Lebensräume für eine Wiederansiedlung der Kreuzkröte geschaffen werden.

Die Kreuzkröte zählt zu den streng geschützten Arten gemäß Bundesnaturschutzgesetz und ist auf der Roten Liste der gefährdeten Amphibien in Niedersachsen inzwischen in der Kategorie 2 als "stark gefährdet" geführt. Ein typisches Erkennungsmerkmal für sie ist der gelblich-weiße Streifen auf ihrem Rücken. An der Kugelfangtrift sind während der Laichzeit von April bis Mai die beeindruckenden Konzerte der Froschlurche zu hören. Ihr Ruf schallt dabei mehrere hundert Meter weit. Da Kreuzkröten auf flache, vegetationsarme und besonnte Tümpel als Laichgewässer angewiesen sind, wurden während des mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bereich Bundesforst abgestimmten Pflegeeinsatzes an drei Kleingewässern Birken, Weiden und Erlen an den Ufern entfernt. Bereits im letzten Jahr hatte die Helfen AG des Gymnasiums Langenhagen hier gute Vorarbeit geleistet. Mit vereinten Kräften wurden nun die Wurzeln gerodet. Dabei entstanden auch offene Bodenstellen mit lockerem Boden, die die Kreuzkröte zum Eingraben benötigt.

Bevor es zur abschließenden Mittagspause mit Gemüseeintopf, Tee und Kuchen ging, brachten die Helfer das Holz an den Wegerand, von wo es vom Landschaftspflegehof der Region Hannover abtransportiert werden wird. „Der Pflegeeinsatz war ein voller Erfolg und hat mit der Gruppe viel Spaß gemacht. Herzlichen Dank an alle, die dabei waren“, freute sich Einsatzleiter Ricky Stankewitz abschließend über die gelungene Aktion. Ende Mai können sich die Jugendlichen bei einer weiteren Tour an die Kleingewässer vom Erfolg ihres Einsatzes überzeugen – denn der wird dann deutlich hörbar sein.

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