Eisvogel Foto: R.Stankewitz
   
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Naturbeobachtung in Langenhagen

Der NABU Langenhagen gibt Ihnen auf dieser Seite die Möglichkeit uns interessante Naturbeobachtungen in und um Langenhagen mitzuteilen.

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Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen.

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Endlich ist der Frühling da!
Beobachtungen von Georg Obermayr am Sonntag, den 13.03. 2011.


StarHeute Mittag waren es in Langenhagen bereits 15° C und die Sonne ließ sich auch schon blicken. Bis zum offiziellen Frühlingsanfang dauert es zwar noch einige Tage, aber der Winter ist vertrieben und auch die ersten Frühlingsblumen blühen in Gärten, Wiesen und Wegrändern. Winterlinge, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse und Narzissen, um nur einige zu nennen, sind in voller Blütenpracht. An den Sträuchern sieht man das erste zarte Grün und was den Ornithologen besonders freut sind die jetzt zu vernehmenden Vogelkonzerte. Die Spechte tun sich mit dem Klopfen im Moment besonders hervor. Buchfink und Meise werben mit Inbrunst um ihre Gattinnen und stecken ihr Revier ab. Rotkehlen und Zaunkönig stehen dem nicht nach. Die Tauben kann man beim turteln beobachten. Die Amsel lässt jetzt wieder von der hohen Baumwarte aus ihr Abendlied erklingen. Die Heimkehr der Zugvögel ist im vollen Gange. So mischen sich täglich neue Stimmen mit ein. Den Star können wir schon länger hören, die Lerche steigt wieder in die Lüfte, die Bachstelzen wippen wieder auf den Wegen, der Kiebitz sucht nach einem geeigneten Quartier und die Singdrossel verzaubert mit den schönsten Gesängen. Wen hält es da noch in der Wohnung? Man könnte ja was versäumen und müsste dann vielleicht ein ganzes Jahr warten.


Goldgelber Vogel am Abendhimmel
von Georg Obermayr, NABU Langenhagen


PirolEs ist ein seltenes Glück, den Vogel des Jahres von 1990 bei uns erspähen zu können. Selbst erfahrenen Ornithologen wie Ricky Stankewitz war es noch nicht gelungen, den Pirol für längere Zeit ohne »störendes Blattwerk« zu beobachten. Vorwiegend hält er sich im Laubdach höherer Bäume versteckt. Leider hatten wir an diesem Abendspaziergang weder Spektiv noch Fotoapparat dabei um diesen Anblick zu dokumentieren.

Der Abendspaziergang führte uns, meine Frau Eva und Ricky mit seiner Hündin Hour von der Neuen Bult durch den Stadtwald zum Truppenübungsplatz. Als ob es Ricky geahnt hätte, schlug er vor, noch den Weg an den Pappeln vorbei zu nehmen. Hier hätte er des öfteren schon den Pirol gehört. Wir scherzten noch, dass wir dies nur tun würden, wenn wir auch den Pirol zu Gesicht bekämen. An den Pappeln angekommen, hörten wir plötzlich den Lockruf, der sich wie ein "rääij-rääij" oder "wiäächt-wiäächt" anhört. Das war ja alles schon mal vorgekommen und wir erzählten uns noch von unserem Erlebnis im letzten Jahr, wo wir auch in Papeln gegenüber der NABU-Naturinsel über eine Stunde lang den Ruf des Pirol hörten und versuchten ihn zu sehen. Einige Sekunden im Flug waren uns vergönnt und er verschwand wieder unsichtbar im Laubdach der Bäume. Kaum zu glauben dass ein Vogel mit diesem goldgelben Gefieder so schlecht zu erkennen ist. Aber diesmal war es anders. Schau mal, rief Ricky plötzlich, auf dem Ast neben einer Taube sitzt der Pirol. Und er blieb sitzen und lies sich wunderbar beobachten. Wir konnten uns nicht satt sehen, an diesem wunderbaren Vogel, den es vorwiegend nur in den Tropenwäldern Afrikas und Asiens gibt und nur der »europäische« Pirol (Oriolus oriolus) ist bei uns beheimatet. Im Gebiet um Langenhagen gibt es weitere Stellen, an denen der Pirol zu hören und manchmal auch zu sehen ist. Leider findet sich der Pirol in der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Brutvögel in Deutschland wieder. Die Zerstörung von Flußauenlandschaften und alter Laubwälder haben den farbenprächtigen Pirol in Deutschland zu einer recht seltenen Erscheinung werden lassen. So ist die Freude eines Ornithologen besonders groß, diesen Vogel in seiner Pracht und Schönheit beobachten zu können.



Können Kiebitze schwimmen?
von Georg Obermayr, NABU Langenhagen


KiebitzAm Sonnabend war wieder so ein schöner Frühlingsabend mit einem wunderbaren Licht, ideal auf dem SPARK- Turm Vögel zu beobachten. Auf dem Hinweg zum Turm sahen wir schon 3 Kiebitze aufgeregt in der Luft flattern, sich wieder im Grün oder auf den Schlickbereichen der Wietze sich niederlassend und laut rufend. Was hatte das zu bedeuten. Bei längerer Beobachtung zeigte sich, dass ein Kiebitz-Weibchen sich immer im Uferbereich der Wietze aufhielt und permanent rief. Bald war der Grund gefunden. Am Ufer der Wietzeinsel konnte man 2 Kiebitzküken entdecken, nicht älter als ein paar Tage und noch ganz flauschig. Sie liefen an der Böschung auf dem feuchten und nicht bewachsenen Schlick entlang, immer in der Nähe des Schilfes oder anderer Gräser um notfalls in Deckung zu gehen. Das Kiebitz-Weibchen lief auf der anderen Seite des Wietzearmes hin und her und beobachtete das Treiben ihrer Jungen ganz genau. Mit dem permanenten Rufen wollte sie die Jungen anscheinend auf ihre Seite locken, aber wie kommen die da rüber. Wir Beobachter, es waren inzwischen 4 fachkundige bzw. interessierte Vogelfreunde auf dem Turm, konnten es kaum glauben, als plötzlich die Kiebitzküken auf die andere Seite der Wietze zum Altvogel schwammen. Wir sagten uns, Kiebitze sind doch keine Gänse oder Enten und können die adulten Kiebitze auch schwimmen? Aber die haben es ja nicht nötig zu schwimmen, da sie exzellente Flieger sind. Im Tierlexikon habe ich hierzu folgende Informationen gefunden: "Nach einigen Tagen verlässt die Familie das Nest und sucht günstige Plätze mit schützender Vegetation auf. Bei Gefahr ducken sich die Nestflüchter schon kurz nach dem Schlüpfen dicht an den Boden. Auch nach dem Flüggewerden (mit etwa 33 Tagen) tun sie dies noch gelegentlich. Junge Kiebitze können schon sehr früh gut schwimmen und picken bereits wenige Stunden nach Verlassen des Eies nach Nahrung.

Alleine diese Beobachtung war ein einzigartiges Naturerlebnis im SPARK-Gebiet. Uns boten sich aber noch viele andere wundervolle Darbietungen in der Natur. Die Schafstelzen leuchteten mit ihrer gelben Brust in der Abendsonne und jagten nach Beute oder auch sich selbst. Eine Lerche sang aus voller Kehle und saß dabei auf der Böschung, was so auch nicht immer zu beobachten ist. Dies waren die beeindruckendsten Bilder die uns noch lange nach dem Verlassen des Gebietes präsent waren. Es gab natürlich noch Vieles mehr zu beobachten. Ich kann nur dazu aufrufen, sich die Zeit zu nehmen um einen schönen Abend auf dem SPARK-Turm zu verbringen.



Ein bunter Specht muss kein Buntspecht sein!
von Georg Obermayr, NABU Langenhagen


BuntspechtIn den vergangenen zwei Wochen, der Winter hatte uns noch voll im Griff, bekamen wir vermehrt Besuch von Spechten. "Der harte Winter zwingt sie dann doch zu Kompromissen, wenn der Magen knurrt", so der Kommentar von Konrad Thye, dem ich ein Foto eines Spechtes zur Bestimmung zustellte. Ich wollte ganz sicher sein, dass es sich bei dem gesichteten Exemplar am Futterhaus nicht um einen Buntspecht handelte, der doch häufig hier bei uns im Stadtwald vorkommt, sondern um den viel seltener in der Nähe von Wohngebieten anzutreffenden Mittelspecht.

BuntspechtEs war ein Volltreffer! Noch bis Mitte dieser Woche war der Mittelspecht Stammgast an der Futterstelle auf unserer Terrasse. Eine solche Vielfalt von Wintergästen hatten wir noch nie an den Futterstellen auf der Terrasse, keine 50 Meter vom Stadtwald entfernt, beobachten können. Neben dem Mittelspecht waren noch Buntspecht, Kleiber, Baumläufer, Mönchsgrasmücke, Hecken-
braunelle, Dompfaff, Stieglitz, Girlitz, Birkenzeisig, Bergfink, Grünfink, Weiden- oder Sumpfmeise, Schwanzmeise, Kohl- und Blaumeise, Rotkehlchen, Zaunkönig, Goldammer, Rot- und Wacholderdrossel, Amsel, Star und Ringeltaube zu beobachten. Auch huschte mal ein Sperber vorbei und Eichelhäher und Rabenkrähe betrachteten das Teiben aus der Distanz.
Das Treiben der Eichhörnchen war ein weiterer Höhepunkt der Winterbeobachtungen vom warmen Wohnzimmer aus. So fällt der Abschied vom Winter auch ein wenig schwer, aber der Frühlingsgesang und die Rückkehr und Balz der Vögel entschädigt einen hierfür voll und ganz. Der Waldkauz ruft seit vielen Nächten unentwegt und ist im Eichenpark und Stadtwald zu hören.



Wintergäste in Langenhagen - was der Winter brachte,
von Georg Obermayr, NABU Langenhagen


MönchsgrasmückeDie Vogelwelt hatte diesen Winter besonders unter den harten Bedingungen zu leiden. Für uns Vogelfreunde waren aber auch außergewöhnliche Gäste, die man sonst kaum vor das Spektiv bzw. das Fernglas bekommt, besonders an den offenen Gewässern zu sehen.

Auch die Winterfütterung zu Hause im winterlichen Ambiente hat so manches Herz von Vogelfreunden höher schlagen lassen. An den Futterhäuschen ließen sich Buntspecht, Wacholder- und Rotdrossel, Bergfinken, Dompfaff, Sumpf- oder Weidenmeise, Schwanzmeise, Heckenbraunelle, Girlitz, Goldammer, und sogar die Mönchsgrasmücke - eigentlich ein Zugvogel, beobachten. Natürlich fehlten nicht die häufigen Gartenvogelarten, die hier immer überwintern. Ein buntes Treiben, das wir bald vermissen werden. Winterfütterung ist zwar kein Naturschutz im eigentlichen Sinne, aber vielleicht ein erster Schritt, seinen Garten vogelfreundlicher zu gestalten. Dabei kann man den Vögeln auch im Sommer den Lebensraum bieten, den sie für Brut und Aufzucht der Jungen benötigen. So können wir vielleicht auch bald in der wärmeren Jahreszeit die Vielfalt an Vögeln beobachten, die wir sonst nur an den Futterplätzen zu Gesicht bekommen.

Für die Biodiversität, das heißt die Artenvielfalt, in Langenhagen und den angrenzenden Kommunen können wir nur hoffen, dass das SPARC Restaurierungs-Projekt an der Wietze und das Freizeit- und Naherholungsgebiet Wietzepark sich weiter entwickeln wird und ähnliche Projekte in der Region folgen. Die Vogelarten im SPARC-Gebiet haben sich seit Beginn der Renaturierung auf über 100 Arten mehr als verdreifacht, so berichtete unlängst Konrad Thye vom NABU Hannover bei seinem ornithologischen Bericht über das SPARC-Projekt vor dem Stadtplanungs- und Umweltausschuss der Stadt Langenhagen. Die Bereiche des Wietzeparks auf Isernhagener Seite lassen ähnliche Entwicklungen erhoffen. Besondere Gäste aber auch Bewohner der Gebiete an der Wietze sind Eisvogel, Silberreiher, Kormoran (NABU Vogel des Jahres 2010), Gänse- und Zwergsäger, Krickenten, sowie verschiedene andere Enten- und Gänsearten.

Das Video zeigt die Langenhagener Rohrdommel bei der Nahrungssuche. Aufgenommen am 17.02.2010
von Ricky Stankewitz.
Die ornithologische Sensation des Winters war jedoch die Beobachtung einer Rohrdommel auf Langenhagener Gebiet!
Unternehmen wir gemeinsam Anstrengungen, diese Vielfalt zu erhalten oder sogar zu verbessern.
Das SPARC-Projekt hat es uns vorgemacht. Größere Renaturie-
rungsmaßnahmen werden in der Regel von Kommunen und Landkreisen realisiert und sind von einzelnen Personen nicht durchführbar. Häufig ist der ehrenamtliche Naturschutz, wie z.B. der NABU als fachlicher Berater bei derartigen Projekten involviert. Eine Mitgliedschaft im NABU Langenhagen ist für Einzelpersonen also auch eine sinnvolle Investition in den Naturschutz, da in einer starken Gemeinschaft mit anderen Naturfreunden gemeinsam viel erreicht werden kann. Wenn Sie jetzt Interesse an einer Mitgliedschaft im NABU Langenhagen bekommen haben, können Sie unter www.nabu-langenhagen.de/mitglied.htm Mitglied werden.

 

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