Multivisionsvorführung:
West-Norwegen von U. Hügel und U. Gohlke

Freitag, 06.12.2019 von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
Die Skandinavien-Experten und Naturfilmer Ulrike Hügel und Uwe Gohlke entführen den Zuschauer mit atemberaubenden Filmaufnahmen an die Westküste des mittleren Norwegens.
[…] mehr →

Für Vielfalt und Vogelgesang in unseren Gärten

Ergebnisse der »Stunde der Gartenvögel« ausgewertet
Wie jedes Jahr fand im Mai 2019 wieder die deutschlandweite NABU Aktion »Stunde der Gartenvögel« statt, eine Zählaktion, die erkennbar macht, wie es um die heimische Vogelwelt steht.
[…] mehr →

Viele Libellen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht

Viele Libellen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht
Saphirauge, Großer Blaupfeil, Blutrote Heidelibelle, Speer-Azurjungfer – die Namen verraten bereits eine Menge über die Farbenpracht und ungewöhnlichen Flugfähigkeiten einer Tiergruppe, die seit 150 Millionen Jahren in nahezu unveränderter Gestalt und Lebensweise auf der Erde existieren.
[…] mehr →

Messbarer Erfolg im Naturschutz

Mindestens 205 Arten auf NABU Projektfläche »Kreyen Wisch« nachgewiesen
Gute Nachrichten im Naturschutz sind rar gesät - derzeit dominieren eher Begriffe wie das „Insekten-
sterben“ die Medienwelt.
[…] mehr →

Keine Insekten, kein Wocheneinkauf!

Erst sterben Biene, Schmetterling & Co, dann die Auswahl
Gemeinsam mit dem Discounter Penny und dem Niedersächsischen Umweltministerium startete der NABU eine eindrucksvolle Aktion. Sämtliche Produkte, die es ohne Insekten nicht geben würde, wurden aus den Einkaufsregalen geräumt. […] mehr →

Gemeinsam für Artenvielfalt

Bürger, Vereine und Gewerbebetriebe können kostenlos Nisthilfen für eigene Gebäude erhalten
Das weltweite Artensterben ist ein großes, wenn auch kein neues Problem. Durch die Nutzung vieler Flächen durch den Menschen werden diverse Tier- und Pflanzenarten zurückgedrängt, wenn ihr Lebensraum nicht sogar vollständig zerstört wird.
[…] mehr →

Heuschrecken als Bioindikatoren - NAJU findet seltene Westliche Dornschrecke in Krähenwinkel

NAJU Langenhagen findet auf der NABU-Fläche »Kreyen Wisch« die Westliche Dornschrecke, die in Niedersachsen in der Roten Liste als "stark gefährdet" eingestuft wird und nur vereinzelt zu finden ist.
[…] mehr →

Eine bewegte Saison für die Kreuzkröte

„Um die Kreuzkröte in Langenhagen ist es nicht gut bestellt“, erklärt der Amphibienexperte und erste Vorsitzende des NABU Langenhagen, Ricky Stankewitz. „Wurde sie Ende der Neunziger Jahre noch an zwei Stellen nachgewiesen, ist sie heute im Stadtgebiet ausgestorben.
[…] mehr →

Jetzt Mitglied werden!
Mitglied werden
Treten Sie ein für Mensch und Natur!

Tragen Sie dazu bei, dass sich der NABU erfolgreicher für Mensch und Natur einsetzen kann.

mehr
instagram

Multivisionsvorführung:
West-Norwegen von U. Hügel und U. Gohlke

Freitag, 06.12.2019 von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr

West-Norwegen

Die Skandinavien-Experten und Naturfilmer Ulrike Hügel und Uwe Gohlke entführen den Zuschauer mit atemberaubenden Filmaufnahmen an die Westküste des mittleren Norwegens.

Was man sonst nur auf einer Hurtigruten-Schiffsreise zu sehen bekommt, haben die beiden Naturbeobachter während mehrmonatiger Reisen von Land aus mit dem Wohnmobil, mit dem Fahrrad und zu Fuß erkundet. Auf dem spektakulären Jahrhundertbauwerk Atlanterhavsveien und dem legendären Kystriksveien Fv17, weit entfernt vom Durchgangsverkehr zum Nordkap, geht es über zwölf Autofähren und unzählige Brücken von der Rosenstadt Molde in die Domstadt Trondheim bis hin zum Erzhafen Narvik, immer dicht an der dünn besiedelten Atlantikküste entlang.

Die beiden Skandinavien-Experten zeigen in ihrer Show aber auch andere fantastischen Gegenden Norwegens, die von den meisten Nordlandreisenden gar nicht wahrgenommen werden und die wohl in kaum einer anderen Show zu sehen sind. Die Reise führt unter anderem auf Norwegens geologisches Nationaldenkmal Leka, in die tief im Berg versteckte Trollkirche, zur sagenumwobenen Bergkette Sieben Schwestern, in ein von der Natur erschaffenes Marmorschloss, zum stärksten Gezeitenstrom der Welt, zu tiefblauem Gletschereis und über 1.000 steile Holzstufen in einen magischen Karst-Nationalpark. Neugierige Elche und freche Ziegen begleiten die beiden Filmemacher bei ihren Ausflügen in die nordische Landschaft mit erstaunlichem Pflanzenreichtum, interessanter Kunst und Kultur sowie fantastischen Ausblicken auf die eindrucksvolle Inselwelt, über der nachts die Polarlichter tanzen.

 Schon mehr als zwanzig Mal waren Hügel und Gohlke in Norwegen unterwegs, um die grandiosen Landschaften, die Menschen und ihre Kultur, die Tier- und Pflanzenwelt und nicht zuletzt ihre persönlichen Erlebnisse und Eindrücke in brillanten Filmaufnahmen festzuhalten, die sie während ihrer Multivisionsveranstaltung auf Beamerleinwand vorführen und live kommentieren werden.

Nach der Vorführung stehen die beiden Vortragsreferenten für Fragen zur Verfügung. Außerdem können DVDs/Blu-rays zum Thema käuflich erworben werden.

Die Teilnehmerzahl ist auf 50 Personen begrenzt. Eine rechtzeitige Anmeldung bis drei Tage vor dem Termin ist erforderlich.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der VHS Langenhagen statt und ist kostenlos. Über eine Spende für den Naturschutz würden wir uns freuen.

 Veranstaltungsort: Bildungszentrum im Eichenpark, Stadtparkallee 31, 30853 Langenhagen
Ansprechpartner: Georg Obermayr, Tel. 0511 - 73 78 33, E-Mail: georg.obermayr@nabu-langenhagen.de


Hollandsfjord


Für Vielfalt und Vogelgesang in unseren Gärten

Ergebnisse der »Stunde der Gartenvögel« ausgewertet

Stunde der Gartenvögel

Aktive der NAJU Langenhagen informierten zur »Stunde der Gartenvögel« 2019

Wie jedes Jahr fand im Mai 2019 wieder die deutschlandweite NABU Aktion »Stunde der Gartenvögel« statt, eine Zählaktion, die erkennbar macht, wie es um die heimische Vogelwelt steht.

Um die Bürgerinnen und Bürger auf die Aktion aufmerksam zu machen, hatte die Jugendgruppe des NABU Langenhagen sich mit langen Vorbereitungen etwas ganz besonders zu diesem Anlass ausgedacht. Mit überdimensionalen Zeitungen und einer großen Bodenplane ausgestattet organisierten zehn aktive Mitglieder der NAJU Langenhagen im City Center Langenhagen einen Infostand der etwas anderen Art. Das Ziel der Jugendlichen: Ein Thema, dass für alle greifbar ist, ebenso auch zu präsentieren. Mit Umsicht und natürlich Spaß und Liebe zur Natur. „Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar… sind bald nicht mehr da!“, so lautet der drastische Mottospruch der Infoveranstaltung. Denn Hintergrund der Aktion ist jedoch nicht so bunt, wie die Plakate der Jugendlichen zunächst vermuten lassen.


Stunde der Gartenvögel

„Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar… sind bald nicht mehr da!“, so lautet der drastische Mottospruch der Infoveranstaltung.

Die Ergebnisse der Zählung wurden nun ausgewertet und stellen sich wie folgt dar: Einhergehend mit dem Insektensterben sind die großen Verlierer die Insektenfresser, ihnen fehlt das Futter. Besorgniserregend ist der Rückgang bei Mauersegler, Mehl- und Rauchschwalbe. Und als würde es ihnen nicht ohnehin schon schwer genug gemacht, kommt der Mangel an geeigneten Brutplätzen hinzu. Auch diesem Problem möchte die NAJU entgegenwirken. So gab es am Infostand neben kostenlosen Flyern und freundlicher Beratung auf Fragen auch selbstgebaute Nistkästen zum Materialpreis zu erwerben, die die NAJU bereits im Februar bei ihrem Termin „Wir schaffen Wohnraum“ vorbereitet hatte. So können alle Interessierten auch ein Stück Naturschutz mit nach Hause nehmen und sich an den gefiederte Besucher in ihrem Garten erfreuen.

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern – Wir sind spitze! Der Haussperling erreichte deutschlandweit Platz eins unter den gezählten Vögeln. Bei der an Nummer zwei liegenden Amsel ist leider ein Rückgang zu verzeichnen, der durch das tödliche Usutu-Virus hervorgerufen wird, besonders in Norddeutschland. Auch hier scheint der Klimawandel sich negativ auszuwirken. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass es den Gartenvögeln, die im Durchschnitt die Anzahl pro Garten halten konnten, bedeutend besser geht, als den Feldvögeln, wo ein dramatischer Rückgang vonstattengeht. Der NABU Langenhagen wirkt mit seinem Projekt „Biodiversitätsoffensive Langenhagen“ diesem Trend entgegen, in dem es Nistkästen für Gebäudebrüter (Mauersegler und Mehlschwalbe) anbringen lässt, Hecken pflanzt, die für Insekten und Feldvögel wichtig sind und Flächen zum Blühen bringt.

Stunde der Gartenvögel

Auffällige Texte animierten zum Stehenbleiben.

Es kann jeder etwas dafür tun. Wer Amsel, Drossel, Fink und Star helfen möchte, der sollte seinen Garten oder Balkon vogelfreundlicher gestalten. Tipps dazu gibt es unter www.NABU.de/Balkon und www.NABU.de/Vogelgarten. Denn sicher wird jeder zustimmen können, dass „Vielfalt und Vogelgesang“ nicht aus unseren Gärten und unserem Leben wegzudenken ist.

Wenn Sie in diesem Jahr nicht mitzählen konnten, dann nicht verzagen. Denn auch nächstes Jahr heißt es wieder: Mitmachen. Mithelfen. Mitzählen.



Hochsaison der schillernden Flugkünstler

Viele Libellen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht

Pferde

Libellen umkreisen Weidetiere um lästige Plagegeister, wie Bremsen oder Fliegen zu erbeuten
(Foto: Ricky Stankewitz)

Saphirauge, Großer Blaupfeil, Blutrote Heidelibelle, Speer-Azurjungfer – die Namen verraten bereits eine Menge über die Farbenpracht und ungewöhnlichen Flugfähigkeiten einer Tiergruppe, die seit 150 Millionen Jahren in nahezu unveränderter Gestalt und Lebensweise auf der Erde existieren. Die Rede ist von den Libellen. 73 von 80 in Deutschland vorkommenden Arten finden sich in Niedersachsen und Bremen. Doch aufgrund von Lebensraumverlusten sind viele Libellenarten gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

„Jetzt im Hochsommer lässt sich an vielen Gewässern der faszinierende und spielerisch leichte Flug der Libellen beobachten. Denn hauptsächlich im Sommer und für wenige Wochen sind die Tiere als flugfähige Insekten unterwegs“, sagt Ricky Stankewitz vom NABU Langenhagen. „In dieser Form des Imago, also des ausgewachsenen, flugfähigen Tieres, prächtig schillernd, kennen die meisten Menschen die Libelle. Weniger bekannt ist, dass die Tiere davor, je nach Art, bis zu fünf Jahre verborgen im Wasser gelebt haben“, führt er weiter aus.


Heidelibelle auf »Kreyen Wisch«

Eine Heidelibelle auf »Kreyen Wisch«
(Foto: Ricky Stankewitz)

Libellen zählen zu den Fluginsekten und heben sich unter diesen durch ihre atemberaubende Flugtechnik hervor. Nicht nur, dass sie in der Lage sind auf bis zu 50 Stundenkilometer zu beschleunigen. Sie können auch in der Luft stehen bleiben, die Flugrichtung abrupt ändern, Loopings und sogar rückwärts fliegen. „Nicht von ungefähr stand die Libelle Pate für die Entwicklung der Helikopter“, erklärt Stankewitz.

Als Räuber jagen und fressen sie andere Insekten wie zum Beispiel Mücken oder Bremsen. Diese Eigenschaft macht es besonders für Pferdebesitzer interessant besonnte Kleingewässer auf den Weideflächen der Tiere anzulegen. „Erst in der vergangenen Woche konnte ich beobachten, wie die zur Beweidung auf unserer Fläche »Kreyen Wisch« in Krähenwinkel eingesetzten Pferde von Libellen geradezu beschützt wurden. Die Tiere umflogen die Pferde und erbeuteten Fliegen und Bremsen. Ein schönes Beispiel für eine „win-win“ Situation im Naturschutz, da eine extensive Beweidung die schonendste Form der Flächenpflege darstellt.“ So der Naturschutzbeauftragte weiter.

Dank ihrer bemerkenswerten Beweglichkeit und den „Haaren“ an ihren Beinen fangen sie kleinere Insekten problemlos im Flug. Auf natürliche Weise werden so die Insekten-Populationen eines Lebensraums kontrolliert. Würden die Libellen fehlen, geriete das natürliche Verhältnis durcheinander. Darüber hinaus würden die Libellen wiederum Vögeln als Nahrung fehlen. Eine optimale Anpassung an ihre Lebensweise sind auch die Komplex- oder Facettenaugen, die einen großen Teil des Kopfes ausmachen und aus bis zu 30.000 Einzelaugen bestehen. Dadurch können Libellen auch Beutetiere erkennen, die sich sehr schnell bewegen. Mit diesem System verfügen sie wahrscheinlich über den besten Sehsinn unter den Insekten.

libelle-larve

Die Larven (hier die Larve einer Großlibelle) unterscheiden sich im Aussehen und der Lebensweise grundlegend von den ausgewachsenen Tieren.
(Foto: R. Stankewitz)

„Zu den gefährdeten oder sogar vom Aussterben bedrohten Libellenarten gehören beispielsweise die Zwerglibelle und die Vogel-Azurjungfer. Hauptursache dafür ist der Verlust an Lebensräumen“, erläutert Ricky Stankewitz. Libellen sind an Wasser gebunden, da ihre Larven nur dort existieren können. Die meisten Arten brauchen stehende Gewässer, einige sind aber auch an das Leben an Fließgewässern angepasst. Einzelne Arten wie die Torf-Mosaikjungfer oder die Speer-Azurjungfer sind auf saure, extrem nährstoffarme Moorgewässer angewiesen. „Wenn also Moore und andere Feuchtbiotope trockengelegt, Flüsse begradigt oder Uferbereiche umstrukturiert werden, steht oft die Existenz der lokalen Libellenpopulationen auf dem Spiel“, schildert Stankewitz die Problematik. Auch die zunehmend ausgeprägten Dürrephasen können zum Schwund der Lebensräume und Libellen beitragen.

Wichtige Schutzmaßnahmen für Libellen sind die Erhaltung, Renaturierung oder Neuanlage natürlicher, strukturreicher Gewässer sowie der Verzicht auf Pestizide und Dünger besonders in Gewässernähe. Sogar Besitzer eines Gartenteiches können etwas für die Libellen tun, indem sie beispielsweise auf den Besatz mit Goldfischen verzichten. Diese fressen nämlich gern Libellenlarven und ihr Kot überdüngt das Wasser. Übrigens: Anders als von Vielen angenommen, haben Libellen keinen Stachel und können deshalb nicht stechen. Sie beißen auch nicht und besitzen kein Gift. Für Menschen sind die schillernden Flugkünstler daher völlig harmlos. Wer als Weidebesitzer Interesse hat ein Kleingewässer auf seinen Flächen anzulegen kann sich beim NABU Langenhagen unverbindlich per E-Mail an kontakt@nabu-langenhagen.de melden und einen Beratungstermin vereinbaren.


Messbarer Erfolg im Naturschutz

Mindestens 205 Arten auf NABU Projektfläche »Kreyen Wisch« nachgewiesen

Messbarer Erfolg im Naturschutz

Dr. Oliver Katenhusen (rechts) beantwortete die botanischen Fragen der interessierten Teilnehmerinnen. Foto: NABU Langenhagen / Insa Brodersen

Gute Nachrichten im Naturschutz sind rar gesät - derzeit dominieren eher Begriffe wie das „Insektensterben“ die Medienwelt. „Natürlich ist es wichtig die ökologischen Probleme unserer Zeit zu thematisieren, jedoch noch viel wichtiger ist es, mögliche Lösungen dieser Probleme anzugehen!“ lautet das Statement von Ricky Stankewitz, dem Vorsitzenden des NABU Langenhagen und gleichzeitig Naturschutzbeauftragten der Region für Langenhagen. Weiterhin erklärt Stankewitz: „Diese Überzeugung leben wir in den vom NABU Langenhagen durchgeführten Projekten auch. Allerdings stellt sich die Frage: Wie kann gemessen werden, ob die durchgeführten Maßnahmen aus ökologischer Sicht erfolgreich sind?“

Um diese Frage zu beantworten, traf sich eine Gruppe NABU Aktiver erstmals zu einer Bestandsaufnahme der Arten auf der NABU Projektfläche »Kreyen Wisch« in Krähenwinkel. Insgesamt dreieinhalb Stunden durchforsteten die fleißigen Zähler das Gebiet mit dem Ziel, innerhalb dieser Zeit so viele Tier- und Pflanzenarten wie möglich vermerken zu können. Hin und wieder musste genauer hingeschaut werden, um den Fund korrekt zu bestimmen, wobei einfach auf das große Arsenal an Bestimmungsbüchern jeglicher Art zurückgegriffen werden konnte. Alternativ stand auch das Team zur Insektenbestimmung – Silke Brodersen und Ricky Stankewitz – zur Verfügung, die vor allem auf die kleinsten Details bei der der Bestimmung von beispielsweise Heuschrecken hinwiesen.

Der Botaniker Dr. Oliver Katenhusen, der für die Kartierung extra anreiste, war Ansprechpartner für die Bestimmung der diversen Pflanzenarten. Wie üblich nahm er sich Zeit für Fragen der interessierten „Naturgucker“ und beantwortete diese in der für ihn typischen allgemeinverständlichen Art und Weise. Die anspruchsvolle Kartierungsarbeit bestätigte sich in Form einiger besonderer Funde, wie dem Acker-Filzkraut (Filago arvensis), dem Pillenfarn (Pilularia globulifera), der Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus) und dem Niederliegenden Johanniskraut (Hypericum humifusum). Auch eine seltene Bekannte, die auf der roten Liste aufgeführte „Westliche Dornenschrecke“, welche bereits auf benachbarten Flächen gesichtet werden konnte, schloss sich den Aufzeichnungen der NABU-Mitglieder an.

Ringelnatter

Ein besonderes "Highlight" auf der Projektfläche war der Fund einer juvenilen Ringelnatter.
Foto: NABU Langenhagen / Ricky Stankewitz

Trotz der Feststellung, dass eine vollständige Artenerfassung innerhalb der gegebenen Zeit schlichtweg nicht möglich sei, hatte alle Beteiligen Spaß an der Zählung und konnten einen Erfolg von unglaublichen 205 Arten verbuchen. Den größten Anteil davon stellten mit 87 Arten die Pflanzen, gefolgt von (über ein eigens beauftragtes Vogelgutachten) 62 Vogelarten und 48 Insektenarten. Außerdem konnten mit Erdkröte, Teichfrosch und Teichmolch drei Amphibienarten, sowie mit der Ringelnatter auch eine Reptilienart nachgewiesen werden. Bei den Säugetieren gibt es Nachweise aus der Fotofalle des Fuchses, Feldhasen und Baummader. Natürlich kommen noch deutlich mehr Arten auf der Fläche vor. So konnten Kleinsäuger wie Fledermäuse und Spitzmäuse gar nicht näher untersucht werden. Auch wenn es gelang die einfach zu bestimmende Wespenspinne (Argiope bruennichi) sicher zu dokumentieren, so scheiterte die Bestimmung von weiteren Vertretern innerhalb der Artengruppe der Spinnen, sowie bei Flechten und Moose an fehlenden Kenntnissen zu den Arten .“Wir suchen immer Aktive, die sich genauer mit bestimmten Artengruppen beschäftigen und so eine Bestimmung überhaupt erst möglich machen. Dennoch, auch im Bewusstsein, dass die Liste der vorkommenden Arten unvollständig ist, können wir mit dem Ergebnis der ersten Arteninventur auf Kreyen Wisch sehr zufrieden sein. Natürlich werden wir die Fläche weiterhin sehr genau im Auge behalten und weitere Funde online unter www.naturgucker.de dokumentieren.“ sagte Stankewitz abschließend.

Für weitere Informationen zur NABU Projektfläche »Kreyen Wisch« gibt es bei Naturgucker einen direkten Gebietslink unter: https://naturgucker.de/?gebiet=28447103



Keine Insekten, kein Wocheneinkauf!

Erst sterben Biene, Schmetterling & Co, dann die Auswahl

Penny Aktion Regal leer

Sterben die Bienen, bleiben die Regale leer
(Foto: NABU Langenhagen)

Gemeinsam mit Penny und dem Niedersächsischen Umweltministerium startete der NABU eine eindrucksvolle Aktion. Sämtliche Produkte, die es ohne Insekten nicht geben würde, wurden aus den Einkaufsregalen geräumt.

14. Mai 2018 - Weltweit sind ein großer Teil der Wild- und Kulturpflanzen auf die Bestäubungsleistung von Insekten angewiesen. Umso dramatischer ist es, dass die Anzahl und Vielfalt der Insekten in den vergangenen Jahren drastisch sinkt. Ein Beispiel sind Wildbienen, von den etwa 550 in Deutschland vorkommenden Arten sind bereits über die Hälfte mindestens gefährdet, viele bereits ausgestorben. Bei anderen Insektengruppen ist diese Entwicklung ähnlich brisant. Die Ursachen für den dramatischen Insektenrückgang liegen maßgeblich in der industriellen Landwirtschaft. Durch den massiven Einsatz von Pestiziden und dem Fehlen von Strukturen wie Feldgehölzen oder Ackerrandstreifen werden Insekten direkt getötet oder finden keine Nahrungsquellen mehr.

Große Lücken in den Regalen

Um den Penny-Kunden über die unmittelbaren Folgen des Insektensterbens zu informieren, wurden in einer Filiale in Langenhagen sämtliche Produkte aus den Regalen genommen, die es so nicht mehr gäbe, wenn das Insektensterben unvermindert weitergehen würde. In Zahlen: von den 2.500 Artikeln im Penny-Sortiment sind rund 60 Prozent direkt oder indirekt von der Insektenbestäubung abhängig. Es ist paradox, dass vor allem die Landwirtschaft in hohem Maße von Insekten abhängig ist, beispielsweise für die Bestäubung der Kulturpflanzen oder für die biologische Schädlingsbekämpfung – und zugleich als einer der Haupttreiber ihres Verlustes gilt.

Auch für den Insektenschutz ist Handlungsbedarf nötig
Wenn wir also zukünftig die Bestäuber schützen wollen, ist ein Umdenken in der Landwirtschaft unausweichlich. Die Penny-Aktion trägt dabei einen wichtigen Teil zur Bewusstseinsbildung bei. Schließlich kann man sich die Folgen des alarmierenden Insektenrückgangs nicht oft genug vor Augen halten, da nicht nur die menschliche Versorgung mit Lebensmitteln gefährdet wird, sondern auch das Funktionieren der Ökosysteme. Darüber hinaus wurde bei der Aktion einmal mehr deutlich, wie groß der Handlungsbedarf für das seitens der neuen Bundesregierung angekündigte Aktionsprogramm Insektenschutz ist.

Insektensterben betrifft uns alle
Die Artenzahl der Insekten hat sich in den vergangenen Jahren drastisch reduziert. Besonders dramatisch ist aber der Rückgang der Individuenzahlen von bis zu 70 Prozent. Ursachen und Folgen dieses massenhaften Sterbens sind bisher nur ansatzweise erforscht. Die Konsequenzen eines ungebremsten Insektensterbens wurden uns hier auf erschreckend deutliche Weise vor Augen geführt. Ein Großteil des gesamten Lebensmittelsortiments ist von der Leistung von Bienen und vielen anderen Insektenarten abhängig. Ohne sie hätten wir sehr stark ausgedünnte Regale in den Supermärkten – und dieses Problem träfe uns dann alle. Ein eindrucksstarkes Beispiel liefert das Bild unten!

Keine Insekten - leere Regale

Ohne Biene, Schmetterling & Co. bleiben viele Bereiche der Regale leer!                           (Foto: NABU Langenhagen)



Gemeinsam für Artenvielfalt

Bürger, Vereine und Gewerbebetriebe können kostenlos Nisthilfen für eigene Gebäude erhalten

Regine Tantau freut sich auf spannende Beratungsgespräche und ist Ansprechpartnerin für die Postleitzahlgebiete 30853 und 30855
Foto: NABU Langenhagen / Ricky Stankewitz

Das weltweite Artensterben ist ein großes, wenn auch kein neues Problem. Durch die Nutzung vieler Flächen durch den Menschen werden diverse Tier- und Pflanzenarten zurückgedrängt, wenn ihr Lebensraum nicht sogar vollständig zerstört wird. Vor allem Arten, die sich auf bestimmte Lebensraumbedingungen spezialisiert haben, stehen hier auf der Messerschneide ihrer Existenz. An dieser Stelle warten unzählige Arten auf die Hilfe von Naturfreunden.

Mit großzügiger Unterstützung der Region Hannover sagt der NABU Langenhagen dem Artensterben nun den Kampf an. Um in Zukunft nicht auf das Summen von Bienen und Vogelgesang am Tag oder die lautlose Jagd der Fledermäuse bei Nacht verzichten zu müssen, wurden mit dem Projekt »Biodiversitätsoffensive Langenhagen« verschiedene Maßnahmen beantragt, die helfen sollen die Hauptprobleme wie fehlende Lebensräume, Nahrungsmangel und Quartierknappheit zu beseitigen. Dafür stellt die Region Hannover im Rahmen der »Biodiversitätsstrategie der Region Hannover« dem NABU Langenhagen eine Förderung in Höhe von 22.075,- Euro zur Verfügung.

So soll beispielsweise das Pflanzen von Hecken an Weideflächen in Krähenwinkel in einem landwirtschaftlichen geprägten Bereich Langenhagens, der Natur auf die Beine helfen. Die zu pflanzenden Hecken sollen nicht nur die Nahrungsgrundlage diverser Insekten wie Bienen sichern, sondern darüber hinaus auch der Winderosion und unerwünschtem Sameneintrag auf den beweideten Flächen entgegenwirken. In einigen Jahren bieten Sie Arten wie dem Neuntöter oder dem Rebhuhn Nistmöglichkeiten. Solche Projekte wie die sogenannte »Naturweide« werden durch Projektpartner des NABU Langenhagen, sowie freiwilligen Helfern, die sich wie in den vergangenen Jahren wieder dem Pflanzen der Hecken widmen, ermöglicht.

Die Maßnahmen in der Stadt äußern sich in künstlichen Nistmöglichkeiten, die an Gebäuden angebracht werden sollen, um den Verlust von Quartieren an Altbauten zu kompensieren und Vogel- und Fledermausarten eine artgerechte Unterbringung zu gewährleisten. Mit der Förderung werden das benötigte Material wie Nistkästen, die auf die Bedürfnisse ihrer künftigen Bewohner zugeschnitten sind, angeschafft. Außerdem werden die Kosten der für die Anbringung erforderlichen Handwerksdienstleistungen übernommen, sodass gleichzeitig örtliche Dachdeckerbetriebe profitieren.

Wie es sich bereits am Projektbeispiel »Naturweide« zeigt, kann eine solche Aufgabe nicht allein durch den ehrenamtlichen Naturschutz gestemmt werden. Die Zusage der Förderung durch die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover ist eine großartige Unterstützung, für die sich der NABU Langenhagen ganz herzlich bedanken möchte. Außerdem hofft der NABU auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger, sowie von Firmen und Vereinen, die vielleicht schon bald Schwalben, Mauersegler oder Fledermäuse als Nachbarn begrüßen möchten und dafür ihre Gebäude zur Verfügung stellen. So zeigt sich einmal mehr, dass durch gemeinsames Handeln im Naturschutz viel erreicht und so ein Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt geleistet werden kann. Für Bürger, Firmen und Vereine, die eine eigene Immobilie haben und dieses mit Quartieren ausstatten möchten stehen vom NABU Langenhagen zwei ehrenamtliche Ansprechpartner zur Verfügung. Das Stadtgebiet wurde dafür nach Postleizahlgebieten aufgeteilt.

Für Interessierte aus dem Postleitzahlgebiet 30851 ist Herr Michael Smykalla, Telefon 0511-7 24 42 60, E-Mail: michael.smykalla@nabu-langenhagen.de erreichbar.

Für Interessierte aus den Postleitzahlgebieten 30853 und 30855 ist Frau Regine Tantau, Telefon 0511-74 88 07, E-Mail: regine.tantau@gmx.de erreichbar.


Heuschrecken als Bioindikatoren

NAJU findet seltene Westliche Dornschrecke in Krähenwinkel

Heuschrecken als Bioindikatoren

Die NAJU Langenhagen traf sich zur Kartierung von Heuschrecken und untersuchte die Insekten mit Präzisionslupen                      (Foto: Ricky Stankewitz)

Mit diesem besonderen Fund hatte nicht einmal Projektleiter Ricky Stankewitz gerechnet – im Rahmen ihres von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projektes »Heuschrecken« als Bioindikatoren fand die NAJU Langenhagen auf der NABU-Fläche Kreyen Wisch die Westliche Dornschrecke, die in Niedersachsen in der Roten Liste als "stark gefährdet" eingestuft wird und nur vereinzelt zu finden ist. „Wir können mit Stolz berichten, dass wir mit Kreyen Wisch einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt geleistet haben und auch gefährdeten Heuschreckenarten eine neue Heimat bieten. Der Nachweis der Westlichen Dornschrecke bestätigt unsere Arbeit einmal mehr“, erklärte Stankewitz erfreut.

Mit einer Körperlänge von nur sieben bis zehn Millimeter zählt die Westliche Dornschrecke (Tetrix ceperoi) nicht unbedingt zu den Riesen unter den Heuschrecken. Sie ist auf offene Feuchtlebensräume (Gewässerufer mit wenig Vegetation) angewiesen und überwintert unter Wasser. Die flugfähige Art ist dafür bekannt, neue Lebensräume schnell zu besiedeln. Um absolut sicher zu sein, dass es sich bei der gefundenen Dornschrecke wirklich um diese seltene Art handelte, holte sich Stankewitz Rat bei Experten, die bei der exakten Bestimmung behilflich waren. Umso erfreulicher war es dann für die Jugendlichen um Projektleiter Stankewitz sowie die Betreuerinnen Christine Pracht und Silke Brodersen, dass sie tatsächlich auf die rare Art aus der Ordnung der Kurzfühlerschrecken gestoßen waren.


Präzisionslupe

Präzisionslupen und Fachliteratur halfen der NAJU bei der Bestimmung der Heuschrecken
(Foto: Ricky Stankewitz)

Durch die Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung waren Kescher und Präzisionslupen angeschafft worden, die an diesem Nachmittag neben dem Bestimmungsbuch eine wichtige Hilfe für die Jugendlichen waren. Mit dem Kescher zog die NAJU über die Wiesenflächen, um anschließend ihre Funde in Becherlupen zu setzen. Einzeln wurden die Heuschrecken durch einen Bestimmungsschlüssel analysiert. Im dazugehörigen Buch konnte dann entsprechend nachgeschlagen werden und die exakte Bestimmung erfolgen. „Ohne die Präzisionslupen wäre das so nicht möglich gewesen“, freute sich Stankewitz über die Unterstützung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Er war außerdem begeistert von dem großen Interesse, das die Jugendlichen an diesem Nachmittag wieder einmal zeigten.


Westliche Dornschrecke

Auf der NABU-Fläche »Kreyen Wisch« wurde die Westliche Dornschrecke (Tetrix ceperoi) nachgewiesen. (Foto: R. Stankewitz)

Auf der Projektfläche Kreyen Wisch, die im Winter 2015 / 2016 durch den NABU Langenhagen renaturiert wurde, konnten außer der Westlichen Dornschrecke noch zehn weitere Heuschreckenarten kartiert werden. Die Jugendlichen fanden das Große Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima), das zu einer der größten bei uns vorkommenden Langfühlerschrecken zählt, die Langflügelige Schwertschrecke (Conocephalus fuscus), den Braunen Grashüpfer (Chorthippus brunneus), den Verkannten Grashüpfer (Chorthippus mollis), Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii), die Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar), den Feldgrashüpfer (Chorthippus apricarius), den Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus), den Wiesengrafhüpfer (Chorthippus dorsatus) und die Säbel-Dornschrecke (Tetrix subulata).

Bereits Mitte August kartierte die Naturschutzjugend (NAJU) Langenhagen bei ihrem letzten Treffen Heuschrecken auf der Kugelfangtrift in Hannover. Anzahl und Häufigkeit der Arten geben dabei den Zustand eines Lebensraums wieder. Auch das eher durchwachsene Wetter hielt die Jugendlichen nicht davon ab, sich mit Kescher, Lupen und Bestimmungsliteratur auf den Weg zur Kugelfangtrift zu machen. Auf der Fläche war die NAJU bereits im Rahmen des Projektes »Für einen Strich mehr in der Landschaft« aktiv und hatte Kleingewässer gepflegt, an denen Kreuzkröten heimisch sind. Doch auf den Magerrasenwiesen im Landschaftsschutzgebiet »Kugelfangtrift« ist nicht nur das letzte Vorkommen der Kreuzkröten in Hannover zu finden – neben seltenen Pflanzen sind hier auch verschiedene Heuschreckenarten heimisch. Schnell merkten die Jugendlichen, dass die Bestimmung ähnlicher Arten alles andere als trivial ist. „Winzige Merkmale, wie die Flügelunterkante oder einzelne Felder auf den Flügeln sind schon bedeutende Unterscheidungsmerkmale“, erklärte Projektleiter Ricky Stankewitz. Stankewitz freute sich besonders über das rege Interesse der Jugendlichen, denn gerade bei schwierigen Arten könne die Bestimmung erheblich viel Zeit in Anspruch nehmen. Eine große Hilfe bei der Bestimmung war das Buch »Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirol« der Autoren: Jürgen Fischer, Daniela Steinlechner, Andreas Zehm, Dominik Poniatowski, Thomas Fartmann, Armin Beckmann, Christian Stettmer. Neben der Roten Keulenschrecke, die auf der Roten Liste (RL) in Niedersachsen (Nds) als stark gefährdet eingestuft ist (Stand 2005), kartierte die NAJU folgende Heuschrecken: Blauflügelige Ödlandschrecke RL Nds. 2, Rotleibiger Grashüpfer RL Nds. 2, Heidegrashüpfer RL Nds 3, gefährdet, Verkannter Grashüpfer (Vorwarnliste), Rotleibiger Grashüpfer, Brauner Grashüpfer. „Dass so viele stark gefährdete RL-Arten auf der Kugelfangtrift zu finden sind, unterstreicht einmal mehr die große Bedeutung des Gebietes für den Artenschutz", fasste Stankewitz die Ergebnisse zusammen.


Eine bewegte Saison für die Kreuzkröte

Im Stadtgebiet von Langenhagen ist die Kreuzkröte praktisch ausgestorben

Kreuzkröte

»Für einen Strich mehr in der Landschaft« lautet das Projekt des NABU Langenhagen zur Wiederansiedlung der Kreuzkröte. Der Projektname bezieht sich auf den für Kreuzkröten typischen Strich auf ihrem Rücken.
(Foto: Ricky Stankewitz)

„Um die Kreuzkröte in Langenhagen ist es nicht gut bestellt“, erklärt der Amphibienexperte und erste Vorsitzende des NABU Langenhagen, Ricky Stankewitz. „Wurde sie Ende der Neunziger Jahre noch an zwei Stellen nachgewiesen, ist sie heute im Stadtgebiet ausgestorben. Ein "Sanierungsstau" im öffentlichen Naturschutzhaushalt führt - wie auf anderen Ebenen auch - zu nachhaltigen Schäden. Nur kann man eine ausgestorbene Population nicht wie ein marodes Schulgebäude einfach abreißen und neu bauen. Die genetischen Informationen der ausgestorbenen Tiere sind verloren,“ mahnt Stankewitz. Das letzte an Langenhagen angrenzende Vorkommen der Kreuzkröte befindet sich auf der Kugelfangtrift in Hannover. Die Barrierewirkung der Bundesautobahn 2 verhindert, dass Tiere von dort wieder nach Langenhagen einwandern können. Um die seltene Amphibienart in Langenhagen wieder heimisch zu machen, ist menschliche Unterstützung unumgänglich. So entstand die Idee zum Projekt des NABU Langenhagen "für einen Strich mehr in der Landschaft", bei dem es Ziel ist, die Kreuzkröte durch Schaffung geeigneter Lebensräume und eine aktive Wiederansiedlung nach Langenhagen zurückzuholen.

„Den Grundgedanken dahinter hatte die Stadtverwaltung Langenhagen im Rahmen des von der EU geförderten SPARC-Projektes zwar bereits aufgegriffen, jedoch die erforderlichen Maßnahmen nicht in die Wege geleitet“, kritisiert Stankewitz. Um bei der Wiederansiedlung erfolgreich zu sein, musste der NABU zunächst mögliche Spenderpopulationen finden. „Dabei ist es wichtig den Erhaltungszustand der Spenderpopulation zu kennen und - sofern erforderlich - zu verbessern, um durch eine Entnahme von Laich oder Larven das Vorkommen nicht zu gefährden“, erläutert der Amphibienexperte. Im vergangenen Jahr wurden erste Pflegemaßnahmen auf der Kugelfangtrift durchgeführt. Drei vorhandene Gewässer wurden entkusselt, drei ehemalige Gewässerstandorte wieder hergestellt.

Kreuzkröte

Rufende Kreuzkröte während der Paarungszeit (Foto: Ricky Stankewitz)

Die Überprüfung während der Laichsaison 2017 ergab laut NABU Langenhagen erfreuliche und unerfreuliche Ergebnisse. In den drei bestehenden Gewässern wurden erneut massenhaft Goldfische gefunden, die dort illegal ausgesetzt wurden. „Die ökologischen Schäden, welche die Fische in Naturschutzgewässern anrichten, sind enorm.“ Laut Stankewitz riefen zwar Kreuzkröten aus diesen Gewässern, jedoch wurde der Laich sofort nach dem Absetzen von den Fischen gefressen. Anders sah es bei den drei ehemaligen Gewässern aus, die wieder hergestellt wurden. Diese sind fischfrei und in allen drei Gewässern konnten zunächst Laichschnüre, später auch Larven der Kreuzkröte gefunden werden. Die Zahl der rufenden Männchen reduzierte sich im Vergleich zum Jahr 2017 um fast die Hälfte von 26 bis 30 auf 15 Rufer. „Daran zeigt sich, dass ohne unterstützende Maßnahmen die Kugelfangtrift-Population ebenfalls dem Untergang geweiht gewesen wäre“, macht Stankewitz auf die Wichtigkeit der Pflegemaßnahmen aufmerksam. Zwar können Kreuzkröten im Freiland verhältnismäßig alt werden, jedoch ist eine erfolgreiche Reproduktion für den Erhalt der Population unabdingbar. „Durch den Fischbesatz und das Fehlen alternativer Laichgewässer ist davon auszugehen, dass es in den vergangenen Jahren keinen Nachwuchs bei den Kreuzkröten gab“, ist sich Stankewitz sicher. Das konnte in diesem Jahr erfolgreich geändert werden. Der NABU Langenhagen wird den Bestand auch in den kommenden Jahren genau betrachten. Weitere unterstützende Maßnahmen sind durch die untere Naturschutzbehörde (kurz UNB) der Region Hannover geplant und werden in den nächsten Jahren umgesetzt. Um die Kreuzkröte mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu lenken, hatte der NABU Langenhagen am 20. Mai 2017 erstmals ein Kreuzkröten-Konzert im Rahmen der bundesweiten Aktion „NABU NachtnaTOUR“ im Programm angeboten.

Im Rahmen des Projektes "für einen Strich mehr in der Landschaft" werden derzeit mehrere Kleingewässer auf einer Pferdeweide in Isernhagen zwischen den Wietzeseen geplant. Auch hier ist die UNB Region Hannover Mittelgeber, sodass im Bereich Wietzeaue spätestens 2018 neue Lebensräume entstehen werden. „Mittelfristig hoffen wir auch auf Langenhagener Stadtgebiet weitere Maßnahmen für die Kreuzkröte durchführen zu können“, erklärt Stankewitz. Er ist überzeugt davon, dass im Bereich des Wietzeparks, wie auch auf derzeitigen Ackerflächen in Krähenwinkel, die im städtischen Eigentum sind, durchaus die Möglichkeit bestünde, geeignete Lebensräume für die Kreuzkröte zu schaffen. „Wir hoffen hier, dass die Stadtverwaltung ihr Versprechen aus dem SPARC-Projekt zur Kreuzkröte einlöst: Holen wir sie zurück!“, blickt Stankewitz optimistisch in die Zukunft.


NABU-Naturgucker
Laubfrosch
Natur beobachten macht Spaß!

Ganzjährig Tiere und Pflanzen beobachten, online festhalten und auf Daten aus aller Welt zugreifen.

Weitere Infos

 

Agrarvogel im Sinkflug
Feldlerche - Foto: Peter Lindel
Vogel des Jahres 2019

Die Feldlerche

mehr

 

Immer informiert sein!
Unser Newsletter
Unser Newsletter

Tipps, News, Aktionen und Termine.

mehr